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Landschaft auf großem Findling

Bissee Landschaft auf großem Findling

Der Bildhauer Rainer Fest arbeitet seit knapp zwei Wochen auf dem Parkplatz des Antikhofs in Bissee an zwei mächtigen Granitfindlingen. Bis Mitte Juli entsteht unter der Plane, die vor Sonne und vor Regen schützt, das Kunstprojekt „Ein Brunnen für Bissee“.

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Rainer Fest bearbeitet den Granit auf dem Parkplatz des Antikhofs in Bissee, im Hintergrund Egon Blitza, der das Projekt initiierte und finanziert.

Quelle: Frank Scheer

Bissee. Die Idee stammt von Egon Blitza, der die beiden 3,40 Meter langen, 1,70 breiten und einen Meter hohen Steine in einer Kiesgrube im Segeberger Raum entdeckt hat. Der Neumünsteraner Gartenbauer, der vor Jahrzehnten mit zu den Initiatoren des alljährlichen Skulpturensommers im Dorf gehörte, will das Werk der Gemeinde schenken.

 Zwischen Bornhöved und Schmalensee sind die beiden 11,6 und 9,5 Tonnen schweren Granite entdeckt worden. „Ursprünglich war es mal ein Stück, das mit der Eiszeit von Skandinavien hierher geschoben und dann gespalten wurde. In der Kieskuhle lagen sie 50 Meter auseinander“, berichtete Blitza. Die Fundstücke drängten sich für Kunst förmlich auf. Und da er von der Brunnen-Kunst von Rainer Fest aus Mecklenburg-Vorpommern, der bereits mehrere Male auf der Rendsburger NordArt und in Bissee vertreten war, so begeistert sei, habe sich die Idee „Ein Brunnen für Bissee“ in diesem Frühjahr schnell entwickelt.

 Wasser bedeutet Leben, sowohl für Menschen als auch für Pflanzen: Daher hat sich Blitza, der das ganze Projekt aus eigener Tasche bezahlt, auch für einen Brunnen entschieden. Die Schenkung ist ein bisschen als Dank ans Dorf zu verstehen. „Ich habe das Gefühl, dass wir Auswärtige, die damals den Skulpturensommer gegründet haben, mittlerweile auch im Dorf angekommen sind.“

 Als Standort für den fertigen Brunnen ist eine Stelle an der Eiderbrücke vorgesehen, wo die beiden Steine Mitte Juli per Kran hinbugsiert werden sollen. Nur auf einem Stein – der andere wird unbearbeitet dazu gestellt – wird eine kleine Kulturlandschaft entstehen – Bothkamper See, ein Bach, eine Brücke und ein Gebäude im Dorfzentrum. Eine Pumpe mit Solarantrieb soll später mal für das Fließen im Kunstwerk sorgen. „Da wird die Gemeinde nicht real abgebildet. Es wird ein harmonisches Verhältnis aus dörflicher Kultur und der mächtigen Natur“, so Fest. Er werde den Granit, der ein riesiges Energiebündel darstellt, so weit es geht in seiner Form erhalten.

 „Beide Steine sind ein unglaubliches Geschenk, von der Eiszeit nach Schleswig-Holstein geschoben, dann geteilt und durch Kunst wieder vereint.“

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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