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400 Kronshagener wollten die Kandidaten erleben

Bürgermeisterwahl 400 Kronshagener wollten die Kandidaten erleben

Volles Bürgerhaus – das Interesse war groß. Gut 400 Kronshagener kamen am Dienstagabend zur Vorstellung der beiden Bürgermeister-Kandidaten. Ingo Sander (CDU) und Robert Schall (SPD) treten bei der Wahl am 21. Februar an. Sie präsentierten sich eloquent und betont sachlich. Das Thema Flüchtlinge stand diesmal nicht im Zentrum.

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Voller Saal zur Kandidatenvorstellung im Bürgerhaus (von links): Robert Schall (SPD), Moderator Kristian Blasel (KN-Redakteur) und Ingo Sander (CDU).

Quelle: Sven Janssen

Kronshagen. Hart, aber fair? KN-Redakteur Kristian Blasel wollte als Moderator kein Frank Plasberg sein, sondern den Kandidaten ohne Härte eine faire Chance bieten. Das traf den Nerv des Abends. Auch aus dem Publikum gab es keine harten Fragen oder persönlichen Angriffe – am Ende wirkten alle irgendwie zufrieden.

 Nach Losentscheid machte Ingo Sander den Anfang. Der Diplom-Verwaltungswirt leitet bei der Landespolizei derzeit das Sachgebiet Ausstattung. Durch seine Arbeit habe er gelernt, so der 42-Jährige, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren. Das sei auch im Bürgermeisteramt hilfreich. Als Zugezogener habe er mit seiner Familie die gute Infrastruktur der Gemeinde „als Schatz empfunden“. Diesen gelte es zu bewahren und zukunftssicher zu machen. Beim Thema Flüchtlinge zeigte Sander Verständnis für die Ängste in der Bevölkerung: „Das ist normal.“ Man müsse darüber aber „ohne Pegida-Gegröle“ sprechen können. Dennoch meinte er, man dürfe „nicht alle Flüchtlinge in einen Topf werfen“. Sander will sich dafür einsetzen, die Arbeit des Rates für Kriminalitätsverhütung auf Senioren und Einbruchsschutz auszudehnen.

 Robert Schall machte den Kronshagenern das Angebot, aufeinander zuzugehen, sich auszutauschen und jeweils gemeinsam nach Lösungen zu suchen: „Es ist mir wichtig, dass Sie sich einbringen können und wir uns Zeit nehmen.“ Der 39-jährige Stabsoffizier, der seit elf Jahren mit seinem Mann in Kronshagen wohnt und seit sieben Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist, arbeitete in führenden Funktionen bei der Bundeswehr und hat sich auf das Personalmanagement spezialisiert. Beim Einsatz im Kosovo sei er seinerzeit der höchste deutsche Vertreter vor Ort gewesen. Als Bürgermeister will er sich auch für die kleinen Themen einsetzen und Jugendlichen ohne Vereinsmitgliedschaft das Fußballspielen auf einem „richtigen Platz“ ermöglichen.

 Beim Thema Ortskern kam es zu unterschiedlichen Positionierungen, obwohl beide betonten, dass sie als Chef der Verwaltung die Aufgabe hätten, politische Beschlüsse umsetzten. Sander gab sich skeptisch gegenüber einer Verkehrsberuhigung der Kieler Straße: „Alle träumen davon, aber das ist nicht realistisch.“ Kronshagen müsste dafür die marode Straße vom Land übernehmen; Gemeinde und Anwohner zahlten bei der Sanierung die Zeche. Schall wies auf einen möglichen Tausch mit der Claus-Sinjen-Straße hin. Auch diese sei desolat und müsse saniert werden.

 Moderator Kristian Blasel fragte, ob für die Konsolidierung des defizitären Haushaltes „heilige Kühe“ geschlachtet werden müssten. Vor Steuererhöhungen will Schall zunächst klären, ob Nutznießer verschiedener Leistungen einen ausreichenden Deckungsbeitrag leisteten. Sander kann sich Steuererhöhungen mit Blick auf die Wirtschaft nicht vorstellen.

 Beide Kandidaten lobten das ehrenamtliche Engagement der Kronshagener bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Sander machte aber klar: „Die Diskussion um Obergrenzen bringt die Sache nicht voran.“ Dennoch sei die „Grenze der Zumutbarkeit“ erreicht. Noch gebe es zu wenige Fakten, wie viele Menschen dauerhaft integriert werden müssten. Schall war überzeugt: Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre die Stimmung längst eine andere. Er hofft auf Integration und freut sich über den „ersten Feuerwehrmann syrischer Herkunft“.

 Am Ende wurde es doch noch ein bisschen hart. Der Moderator fragte, wie es die Kandidaten als Bürgermeister mit ihrer Parteizugehörigkeit halten würden. „Ich werde kein CDU-Bürgermeister sein“, beteuerte Sander. Er sei erst seit zwei Jahren Parteimitglied und zudem pragmatisch und offen. Auch Schall sieht in der Parteizugehörigkeit kein Problem: „Als Soldat bin ich seit 20 Jahren politisch neutral.“ In Kronshagen klingele er an allen Türen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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