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Der Engel mit schrägem Blick

Christkirche in Rendsburg Der Engel mit schrägem Blick

Die Großsanierung der Christkirche am Paradeplatz in Rendsburg ist auf der Zielgeraden. Noch stehen im Altarraum mit Kanzel und Königsloge Gerüste. In zehn Metern Höhe hat ein Maler eine Überraschung entdeckt.

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 Maler Bernd Stöcken hat entdeckt, dass dieser Engel in zehn Metern Höhe einen ungewöhnlichen Blick zur Seite hat.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Konzentriert malt Bernd Stöcken auf dem Gerüst im Altarraum in zehn Metern Höhe die ringsum laufenden Ornamente nach. Dunkles Ocker hat der Maler für die Ranken eigens angemischt, grau werden die Schatten für die Tiefenwirkung, weiß die Zwischenräume.

Bei der Arbeit auf einem Stuhl sitzend hat der Maler hier hoch oben im Ostflügel Überraschendes entdeckt. Der Engel dort schaut nicht wie seine beiden Kollegen an den Seitenflügeln geradeaus, er blickt zur Seite zur Kanzel und dem überlebensgroßen Holzbildnis des 1720 gestorbenen Stadtkommandanten Andreas Fuchs. „Das ist bisher niemandem aufgefallen“, sagt Hans-Hinrich Blunck, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats.

Zufrieden steht Blunck an diesem Dienstag im Kirchenschiff: Zeit- und Kostenrahmen sind im Plan. Die im September 2012 begonnene Großsanierung soll Ende dieses Jahres fertig sein. Die Gemeinde hatte von Anfang an die Kosten auf 2,3 Millionen Euro geschätzt. Voraussichtlich bleibe es dabei. „Wir sind dankbar, dass alles so nach Plan abgelaufen ist“, sagt Blunck. Das liege auch am „großen Engagement der beteiligten Firmen und dem bürgerschaftlichen Engagement“. Über 200000 Euro seien durch Spenden und Benefizkonzerte zusammengekommen.

Die Großsanierung sei derzeit das größte Bauvorhaben in der Nordkirche, die bis zur polnischen Grenze reicht, sagt Kirchenkreissprecherin Inga Hehnen. Die Rendsburger ließen Dächer, Dachstühle, Wände und Fenster erneuern und ausbessern. Der Kirchenkreis sowie die Städte und Gemeinden im Umkreis halfen bei der Finanzierung. Und es gab Zuschüsse aus Geldern für die Erhaltung von Denkmalen. „Wir sind anerkannt als national bedeutsames Baudenkmal“, sagt Blunck.

Die Großsanierung der Christkirche am Paradeplatz in Rendsburg ist auf der Zielgeraden. Noch stehen im Altarraum mit Kanzel und Königsloge Gerüste. In zehn Metern Höhe hat ein Maler eine Überraschung entdeckt.

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Die Christkirche im barocken Stadtteil Neuwerk gehört mit Kunstschätzen wie Hochaltar, Kanzel, Taufbecken und Königsloge zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in der Region. Die von dem Baumeister Arp Schnitger konstruierte Orgel wird im kommenden Jahr 300 Jahre alt. Die Gemeinde will das Jubiläum feiern und vorher mit der Sanierung fertig sein.

Der italienische Barockbaumeister Domenico Pelli hat sie Ende des 17. Jahrhundert im Auftrag der dänischen Regierung gebaut. Auf Wunsch des Königs sollten alle 2000 Soldaten der Garnioson Rendsburg in der Kirche stehend Platz haben. Pelli verwendete das griechische Kreuz als Grundriss und schuf damit eine im hohen Norden einzigartige Architektur.

Die Christkirche ist traditionell Austragungsort des Schleswig-Holstein Musik Festivals. In diesem Sommer sind drei Konzerte geplant: Das Württembergische Kammerorchester spielt am 23. Juli Tschaikowski, am 11. August folgt Händel auf der Hammond-Orgel, am 24. August führt der Festival Chor die Göttliche Trilogie von Sergei Rachmaninoff auf.

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