9 ° / -1 ° Regenschauer

Navigation:
Grundschule in Brügge bleibt ohne Befristung erhalten

Bordesholm Grundschule in Brügge bleibt ohne Befristung erhalten

Die Grundschule in Brügge bleibt erhalten - und zwar ohne Befristung. Nach gut 90-minütiger Diskussion votierten 23 Vertreter des Schulverbands Bordesholm am Mittwochabend für den Fortbestand der Außenstelle der Landschule an der Eider. Es gab vier Neinstimmen und vier Enthaltungen.

Voriger Artikel
Glen Ample sprießt bestens
Nächster Artikel
Lichterfest für schnelles Internet

Die Eltern setzten sich für ihre Grundschule in Bordesholm ein.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Vor der Sitzung hatten 100 Eltern, Kinder und Bürger aus Brügge vor dem Rathaus mit Plakaten und Liedern protestiert. Nach der Entscheidung, in der auch auf die vorgesehene Befristung bis zur Kommunalwahl 2018 verzichtet wurde,  stießen etliche Eltern auf dem Rathausplatz mit Sekt an. Sabine Dohm, Sprechern des Schulelternbeirats, freute sich: "Das gibt der Schule endlich die nötige Planungssicherheit." Aufatmen konnten auch Ursel und Stefan Ulrich, die vier Kinder an der Schule haben. "Die Schule litt in der Vergangenheit immer darunter, dass über eine mögliche Schließung diskutiert wurde. Viele Eltern haben deshalb auf eine Anmeldung verzichtet", so Stefan Ulrich. Es sei überfällig gewesen, dass eine Jahreszahl aus dem Beschluss herauskommt. Bei der Debatte im Sitzungssaal hatte mehrere Eltern vor der Abstimmung an den Beschluss des Schulverbands von 2014 erinnert, worin der Schule eine Existenz auch über 2017 zugesichert worden war, wenn die Schülerzahlen stimmen und ein pädagogisches Konzept erfolgreich greift.

Die Brügger Grundschule protestierte vor dem Rathaus.

Zur Bildergalerie

Dass das der Fall ist, verdeutlichte der Vortrag von Liberte Büssow, Rektorin der Landesschule an der Eider in Wattenbek, zu der Brügge seit 2011 wegen rückläufiger Schülerzahlen als Außenstelle gehört. Im Juli 2010 war die Zahl der Erst- bis Viertklässler erstmalig unter 80 gerutscht. Bis zum jetzt endenden Schuljahr sank sie auf 59. Für das kommende Schuljahr seien 54 Kinder angemeldet, die in zwei Lerngruppen in der 1. und 2. Klasse (24 Schüler) sowie 3. und 4. Klasse (30 Schüler) unterrichtet werden. Zudem berichtete die Schulleiterin über das vielfältige Schulleben in Arbeitsgemeinschaften. Für die kommenden sechs Jahre prognostizierte sie eine durchschnittliche Schülerzahl von 50 bis 55 - damit liegt man noch weit über der von Bildungsministerin Britta Ernst vorgegebenen Mindestgröße von 44 bei Dorfschulen.

Wegen der schlechten Haushaltslage im Schulverband und leerstehenden Klassenräumen in Wattenbek hatte der Schulverband die Schließungsdebatte angezettelt. Die zusätzlichen Kosten für den Schulverband für Brügge belaufen sich auf 70000 Euro. Mehrere Schulverbandsvertreter wunderten sich aber über die neuerliche Schließungsdebatte. "Ich fühle mich an den Beschluss von 2014 gebunden. Und mit der zukünftigen Schülerzahl liegen wir weit über 44", machte Norbert Baschke (CDU Bordesholm) deutlich. Aus seiner Sicht sei aber eher die Oberstufe an der Gemeinschaftsschule für die schiefe Finanzlage verantwortlich. "Die war wohl eine Nummer zu groß und wird der Ruin für die kleinen Gemeinden sein."

Viel Applaus erhielt seine Forderung, die Befristung auf 2018 aus dem Beschlussvorschlag herauszustreichen. Bernd Jamrath, Bürgermeister aus Reesdorf, betonte: "In der letzten Zeit haben wir über Millionen abgestimmt. Die 70000 Euro für Brügge machen meine Gemeinde auch nicht ärmer. Warum sollten wir diese traumhafte Schule schließen." Helmut Berger (FDP Bordesholm) erinnerte daran, dass im Schulverband mit 27 zu sieben Stimmen für die Oberstufe gestimmt worden war - das sei auch der Grund, warum die Schulverbandsumlage für die 16 Gemeinden in den letzten drei Jahren von 1,85 um fast 30 Prozent auf jetzt 2,25 Millionen Euro gestiegen sei. "Und die Umlage wird weiter steigen. Die 70000 Euro machen den Kohl nicht fett, daher werde ich für den Erhalt stimmen."

Rainer Sarau (AfW Wattenbek) betonte, dass man als Schulverband alle Schulen bei der Bewertung betrachten müssen. "Wir wollen die Schule in Brügge doch nicht mit Gewalt schließen. Aber als Schulverband muss es doch möglich sein, über leerstehende Klassenzimmer zu reden", fügte Torsten Teegen, Bürgermeister in Loop dazu. Ähnlich äußerte sich Sönke Harder, Bürgermeister aus Hoffeld.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3