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Abwanderung nach Kiel stoppen

Imland-Gutachten: Abwanderung nach Kiel stoppen

Die Imland-Kliniken in Rendsburg und Eckernförde sollen komplett erhalten bleiben. Das empfiehlt ein Gutachten, das Kreis und Imland GmbH am Freitag vorgestellt haben. Angesichts eines Defizits bestehe Restrukturierungsbedarf. Schlechter stehen die drei Seniorenhäuser der Imland GmbH da. Verkauf sei eine Möglichkeit.

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Die Imland-Klinik in Rendsburg.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Im Mai präsentierte die Imland GmbH ihrem Aufsichtsrat ein Defizit von 1,9 Millionen Euro für das vergangene Jahr. Damit erhöhte sich eine zuvor prognostizierte Summe dramatisch. Die beiden Kliniken in Rendsburg und Eckernförde hatten nach den Zahlen vom Mai 2014 mit 1,1 Millionen Euro zu dem Minus beigetragen. Die drei Seniorenhäuser in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf waren mit 800.000 Euro am Defizit beteiligt. Der Kreis reagierte und gab das Gutachten bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO zur Finanzlage der Imland GmbH in Auftrag. Das Gutachten stammt aus der Feder von Alexander Morton, der sich auf die Beratung von Krankenhäusern spezialisiert hat.

Morton lobte den schnellen Ruf des Kreises als alleiniger Gesellschafter der Imland GmbH nach einem Gutachten. „Hier wurde sehr kurzfristig gehandelt. Die GmbH hat das Heft des Handelns noch in der Hand.“ Auch wenn seit 2012 rote Zahlen geschrieben würden. Das Lob bezog sich in erster Linie auf die beiden Krankenhäuser. Dort analysierte Morton zwar steigende Erlöse, diese hielten aber nicht mit höher werdenden Personalkosten mit. Besonders bei den Ärzten gehe die Schere auseinander.

Morton stellte einen hohen Rückhalt der Kliniken in der Region fest. „Beide Kliniken werden angenommen.“ Die Patienten nähmen Anfahrtswege von bis zu 40 Minuten in Kauf, Durchschnitt seien 25 bis 30 Minuten. Allerdings ließen sich nur 51 Prozent der aus dem Kreis kommenden Patienten in Rendsburg oder Eckernförde behandeln. 34 Prozent gingen in Kieler Krankenhäuser. „Die Abwanderung müssen wir stoppen“, sagte Morton. Und: „Wir sehen für beide Standorte eine absolute Daseinsberechtigung.“ Sparpotential sah der Gutachter in der Verwaltung, Verbesserungspotential bei der Notaufnahme in Rendsburg.

In der Vergangenheit hatte die Imland GmbH wiederholt erklärt, die Dauerbaustelle im Kanaltunnel sei schuld an der Lage, Patienten gingen dadurch verloren. Dem widersprach Morton: Der Tunnel habe „nicht außerordentlich zu der wirtschaftlichen Misere beigetragen“.

Die drei Seniorenhäuser in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf leiden dagegen nach Ansicht des Gutachters unter zu geringer Belegung, zu hohen Preisen, zu hohen Personalkosten und einem deutlichen Investitionsbedarf. Morton sprach von einer kritischen Gemengelage. Verkauf sei „sicher eine Option“. Kreistagspolitiker und Aufsichtsrat wollen sich im Oktober in Sondersitzungen mit dem Gutachten beschäftigen.

Wenn alle Empfehlungen umgesetzt würden, wäre die Imland GmbH „im Plus“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Kai Dolgner aus Osterrönfeld. Ihm reiche eine „schwarze Null“. Er erklärte auch, die Erkenntnisse zu den Seniorenhäusern hätten gut und gerne schon vor drei Jahren auf dem Tisch liegen können.

Die Imland GmbH sieht sich als eines der größten Gesundheitsunternehmen in Schleswig-Holstein. Zur Gesellschaft gehören die beiden ehemaligen Kreiskrankenhäuser in der Lilienstraße in Rendsburg und an der Schleswiger Straße in Eckernförde. Die Kliniken haben zusammen 777 Betten. Zur Gesellschaft gehören außerdem Seniorenhäuser in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf, in denen rund 300 Menschen wohnen, sowie der ambulante Pflegedienst Domobil in Eckernförde.

Insgesamt beschäftigt die Imland GmbH rund 2300 Menschen. Sie gehört damit zu den größten Arbeitgebern im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Im vergangenen Jahr hat sie nach eigenen Angaben einen Umsatz von 165 Millionen Euro erzielt. Geschäftsführer der Imland GmbH ist seit Anfang Juni Hans-Markus Johannsen. Vorher war er geschäftsführender Direktor des Campuszentrums Kiel am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

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