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Streit um Wohnpark Herrenhaus

Gutshof Stift Streit um Wohnpark Herrenhaus

Ein Wohnpark im Park, verborgen hinter dem Herrenhaus Stift und uralten Bäumen: Das ist der Plan für das Herzstück von Altenholz-Stift. Doch die Pläne von Investor Udo Wagner aus Tetenhusen stoßen auf Protest. Er entzündet sich am Garten hinter dem weißen herrschaftlichen Haus aus dem Jahr 1919/20.

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 Herrenhaus Stift: Das Gutshaus steht unter Denkmalschutz. Ob das auch für den Garten hinter dem Gebäudes gilt, ist momentan strittig.

Quelle: Cornelia D. Müller

Altenholz. „Für uns ist es eindeutig. Der Park an der Rückseite des Herrenhauses gehört zum denkmalgeschützten Ensemble“, sagt die Initiative Gemeinsam für Stift. Die Mitglieder wollen alle Hebel in Bewegung setzen, damit das Gartengrundstück nicht bebaut wird. Der Knackpunkt: Herrenhaus und auch der Park sind als erhaltenswerte Kulturdenkmäler beim Landesamt für Denkmalschutz eingetragen. Allerdings hat dieser Schutz nach jüngster Gesetzgebung nur deklaratorischen Charakter. Schafft eine Gemeinde etwa Baurecht auf einem Gründenkmal, könnte die Denkmalbehörde es im Zweifel nur juristisch auszuhebeln versuchen.

 Ein Rechtsgutachten, das die Gemeinde auf Kosten des bisherigen Eigentümers von Herrenhaus und Park, Rainer Jacken, in Auftrag gab, kommt zu anderer Auffassung als der Denkmalschutz und die Initiative. „Es ist notwendig, dass zum Herrenhaus angemessener Abstand gehalten wird“, legt Jens Becker, Büroleiter im Rathaus, dar. „Der muss auch hinter dem Gebäude so weit wie zu den Seiten und den Wohnhäusern im Waldwinkel und der Memeler Straße sein. Das ist nach Plänen des Investors gegeben. Die hintere Sichtachse auf das Herrenhaus ist garantiert. Von vorn sind die geplanten Wohngebäude gar nicht zu sehen.“ Nach dem Gutachten sei der heutige Garten „kein Kulturdenkmal, weil von der ursprünglichen Anlage nichts mehr zu erkennen ist“.

 Die Initiative hält dagegen, dass das Grundstück als Reformgarten angelegt war. „Er wurde zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg gestaltet, war in Zier- und Nutzgarten gegliedert, mit Putten, Wegen und abgrenzender Bepflanzung versehen“, erläutern Gabriele Christ, Kathrin von Scheven, Bärbel Mewif und Wiebke Freudenberg. „Es gibt alte Fotografien, Zeitzeugen und Relikte, die das belegen. Der heutige Eigentümer ist in der Pflicht, das ganze Ensemble zu erhalten. Seine Ideen fürs Herrenhaus, das auch öffentlich zugänglich werden soll, begrüßen wir dagegen sehr. Auch der Park sollte geöffnet und wieder als Reformgarten hergerichtet werden.“

 Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) betont, „dass die politische Willensbildung nicht abgeschlossen ist und wir einen B-Plan erst aufstellen, wenn das integrierte Entwicklungskonzept Stift steht. Aus meiner Sicht können die Pläne von Herrn Wagner Stift enorm voranbringen. Wenn wir keinen Raum für Wohnbebauung und neue Wohnformen schaffen, ist eine zukunftsträchtige Entwicklung für den gesamten Ortsteil sehr fraglich.“

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Cornelia Müller
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