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3500 Mäuse ziehen an die Ostsee

Eckernförde 3500 Mäuse ziehen an die Ostsee

Das erste Mauseum „nördlich des Südpols“ hat einen Standort in Eckernförde gefunden. Gynter Mödder und seine Frau Renate Mödder-Reese, eine gebürtige Eckernförderin, zieht es vom Rhein an die Ostsee. Im Gepäck haben die beiden 3500 Maus-Exponate, die jetzt in der Kieler Straße 57 (Hinterhaus Alte Post) eine neue Heimat finden.

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Die 3500 verschiedenen Mäusen auf Reisen: Gynter Mödder und seine Frau Renate sind mit ihrem Mauseum vom Rhein an die Ostsee umgezogen. In der Alten Post haben ihre Exponate eine neue Heimat gefunden.

Quelle: Rohde

Eckernförde. Seit 1978 gab es das Mauseum in Bergheim bei Köln. Dort hatte Mödder Stück für Stück eine umfangreiche Sammlung aufgebaut, die Kitsch und Kunst aus aller Herren Länder vereint. Jetzt gingen die Mäuse auf Reisen. Mit einem 12,5-Tonnen-Umzugswagen, in den „kein Besenstiel mehr passte“, ließ das Ehepaar die Nager-Objekte nach Eckernförde transportieren. „Die graue Maus“, sagt Mödder, „ist eine Metapher für den vom Alltag geplagten Menschen. Doch wenn sie die bunten Flügel der Fantasie anlegt, kann sie sich aus dem Jammertal erheben.“

 Viel Fantasievolles vereint der Mauseums-Direktor in seiner Sammlung. Und da Mäuse zur ungezügelten Vermehrung neigen, werden es stetig mehr Objekte. Brachte Mödder früher von Reisen skurrile Maus-Figuren mit, so wird ihm heute viel geschenkt. Man kennt eben die Leidenschaft des Nuklearmediziners mit dem Maus-Spleen. Im neuen Refugium in der Kieler Straße stapeln sich derzeit noch die Kartons. Doch erste Regale der rund 30 Vitrinen sind schon eingeräumt.

 Der Blick fällt auf eine umwerfende Vielfalt. Straßenmäuse, die aus einem Gullydeckel auftauchen, treiben ihren Schabernack, auf Spieluhren drehen sich kleine Maus-Kapellen, Kinderzeichnungen reihen sich neben dem Vier-Quadratmeter-Bild des mächtigen Mäuse-Pegasus eines Malers aus der Mandschurei, darunter gesellen sich Maus-Figuren der Hopi-Indianer, anhand derer den Kindern die Stammesgeschichte erzählt wurde. Manches ist sogar eine Auftragsarbeit, wie die Moai-Maus-Skultpur eines Künstlers von den Osterinseln.

 Mäuse und kein Ende: Bekannt aus den Medien ist die Zeichentrickfigur Jerry, die Kater Tom an der Nase herumführt. Subtil wirkt daneben das Werk der Keramikerin Inke Lerch, das eine Maus-Schönheit mit Katzenmaske zeigt. Daneben stellen die Mödders eigene Arbeiten aus. Renate Mödder-Reese, eine Lambertz-Schülerin und Schwester von Maria Reese, hat ihre Leidenschaft für Flugmäuse entdeckt. Mit bunten Flügeln werden sie in ihren Bildern zu fantastischen Wesen.

 Noch aber lagert vieles gut verpackt und harrt der Ausstellung. Der Mauseums-Direktor hat keine Eile. „Wir machen das in aller Gemütlichkeit“, sagt Gynter Mödder. Voraussichtlich im Herbst soll das wundersame Kabinett eröffnen. Hinter dem Mauseum liegt dann eine kleine Odyssee. Ursprünglich war angedacht, es in die Alte Bauschule zu integrieren, später kam die Willers-Jessen-Schule ins Gespräch. „Dann hat sich für uns überraschend die Möglichkeit in der Alten Post ergeben“, freut sich Mödder.

 Regelmäßige Öffnungszeiten wird es im künftigen Mauseum nicht geben. Doch Besichtigungen sollen selbstverständlich möglich sein – mit Führungen nach Vereinbarung.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
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