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Erhöhte Beiträge liegen im Durchschnitt

Haus Simeon Nortorf Erhöhte Beiträge liegen im Durchschnitt

Die Erhöhung der Bewohnerbeiträge im Altenheim Haus Simeon in Nortorf wird ab 1. Oktober greifen. Rund 500 Euro im Monat müssen die Bewohner dann mehr bezahlen. Im Kreis- und Landesvergleich liegt das Haus dennoch im Durchschnitt wie das Diakonische Werk Schleswig-Holstein vorrechnet.

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Bewohner Horst Fahrenbach muss von seinen 1800 Euro Rente den Eigenanteil von 1757 Euro zahlen.

Quelle: Gunda Meyer

Nortorf. Insgesamt gibt es 56 stationäre Altenpflegeeinrichtungen im Kreis Rendsburg-Eckernförde, die jährlich von der Aufsichtsbehörde geprüft werden. Der Kreisdurchschnitt für den Pflegesatz pro Tag liegt zwischen 59 Euro (Pflegestufe 1) und 103 Euro (Pflegestufe 5). „Die Sätze ändern sich aber permanent und sagen nichts über die Schwerpunkte der Heime aus“, erklärt Susanne Jeske-Paasch, Leiterin des Fachbereichs Soziales, Arbeit und Gesundheit beim Kreis. In Nortorf wurden die Tagessätze von 25 Euro auf knapp 37 Euro für Pflegestufe 1 und von 73 Euro auf 89 Euro für Stufe 5 erhöht.

Auch wenn die deutliche Erhöhung in Nortorf von 42 Prozent eher selten vorkomme, müssten sich die Heime im Land ständig am Markt behaupten. Mit den Pflegekassen und den Sozialhilfeträgern „wird über jeden Cent intensiv verhandelt“, macht Uwe Radant deutlich. Er ist beim Kreis für die Soziale Sicherung zuständig. Es gebe einen Rahmenvertrag, der unter anderem regelt, welche Personalausstattung ein Heim haben muss, „da kann man sich als Träger nicht viel wünschen, sondern muss jede Erhöhung gut begründen“.

Imland GmbH hatte nicht kostendeckend gearbeitet

Der Träger des Nortorfer Heims, die Diakonie Altholstein, hat das Heim von der Imland GmbH im Oktober 2016 gekauft und sah sich nun gezwungen, die Eigenanteile der Bewohner zu erhöhen. Die frühere Heimeigentümerin Imland GmbH hatte zuvor nicht kostendeckend gearbeitet.

1432 Euro Eigenanteil pro Monat müssen Senioren durchschnittlich bei den privaten und den von Wohlfahrtsverbänden geführten Einrichtungen in Schleswig-Holstein bezahlen. „Der niedrigste Eigenanteil liegt bei 484 Euro, der höchste bei 2316 Euro. Damit liegt das Nortorfer Heim im Schnitt“, erklärt Friedrich Keller, Sprecher des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein. In Nortorf seien die Personalkosten von 80 Prozent der Hauptgrund für die Erhöhung, da die Angestellten nach Tarif bezahlt werden.

Deicke: Diakonischer Grundsatz heißt nicht, defizitär zu arbeiten

Horst Fahrenbach (91), Bewohner des Haus Simeon, dessen Eigenanteil von 1238 auf 1757 Euro pro Monat steigen wird, findet die Kostensteigerung unmenschlich. Wie passt diese Erhöhung mit dem diakonischen Grundsatz der gelebten Nächstenliebe und der Anwälte der Schwachen zusammen? „Diakonischer Auftrag heißt nicht, dass wir defizitär arbeiten können“, macht Heinrich Deicke, Geschäftsführer der Diakonie Altholstein klar. Und Jeske-Paasch betont: „Keiner fällt durchs Raster. Wer sich das nicht leisten kann, bekommt über die Sozialhilfe Unterstützung.“

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