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Heimatbund beschließt die Auflösung

Kronshagen Heimatbund beschließt die Auflösung

Mit großer Mehrheit hat die Mitgliederversammlung des Heimatbund Kronshagen am Mittwochabend die Auflösung des 31 Jahre alten Ortsvereins beschlossen. Es ließ sich niemand finden, der den Vorsitz übernehmen wollte. In gut einem Monat muss die Auflösung noch einmal von der Versammlung bestätigt werden.

Verlas das Ergebnis der Abstimmung: Vorsitzende Ursa Dörfer mit Birgit Melson und Ralf Hagemann.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. 142 Mitglieder und ein Veranstaltungsprogramm, das viele Kronshagener in den Bann zieht: Der Heimatbund ist ein wesentlicher Kulturträger in der Gemeinde. Dennoch stand die Mitgliederversammlung vor der schwierigsten Entscheidung in der Geschichte des Ortsvereins. Nachdem die bisherige Vorsitzende Ursa Dörfer aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut kandidierte, rief Wahlleiter Johann Peters die schicksalhafte Frage in den Raum: „Wer ist bereit, für die kommenden zwei Jahre den Vorsitz zu übernehmen?“ Betretenes Schweigen unter den 42 Anwesenden. „Niemand“, stellte Peters fest und sah die „Stunde der Wahrheit“ gekommen: die Abstimmung über die Auflösung. Dafür war eine Dreiviertel-Mehrheit erforderlich – sie wurde mit 33 Ja- und 9 Nein-Stimmen erreicht. Am 15. April soll die Versammlung satzungsgemäß erneut über die Auflösung abstimmen – wird sie bestätigt, ist endgültig Schluss, und das Vermögen von etwa 1500 Euro fällt zur Kulturpflege an den Kreis Rendsburg-Eckernförde.

 Schon vor zwei Jahren stand der Heimatbund vor der Auflösung, weil sich für den langjährigen Vorsitzenden Joachim Nowald zunächst keine Nachfolge finden ließ. In letzter Minute trat Ursa Dörfer in den Verein ein und erklärte ihre Bereitschaft, sich zur Vorsitzenden wählen zu lassen. Sie bemühte sich, dem Verein mit Lesungen von Bauer Stührwohldt, Talkrunde zum Thema Heimat und Poetry Slam auf Platt ein etwas anderes Profil zu verleihen. Die Veranstaltungen waren gut besucht, doch die Talfahrt der Mitgliederzahl konnte sie nicht aufhalten. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 80 Jahren. Auch Magdalena Bruhn, die dem Verein 20 Jahre lang als stellvertretende Vorsitzende diente, mochte den Vorsitz nicht übernehmen. Dörfer dankte ihr für den großen Einsatz.

 Nach der Auflösung gibt es keine Exkursionen und Vorträge, kein Erntedankfest und Platt & Punsch des Heimatbundes mehr. Nur eines bleibt erhalten: „Das Maibaumfest übernehmen wir“, kündigte Bürgervorsteher Bernd Carstensen (CDU) an.

Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung