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Anfangs Wasser aus der Meierei

Groß Vollstedt Anfangs Wasser aus der Meierei

Die Zeiten, in denen jeder Bauernhof noch einen eigenen Trinkwasserbrunnen hatte, sind in Groß Vollstedt längst Geschichte: schon seit 1907. In jenem Jahr gründeten 17 Bürger des Dorfes die Meiereigenossenschaft, die heutige Wasserleitungsgenossenschaft. Bürgermeister Heinz Volkmann ist seit 40 Jahren Geschäftsführer und wurde dafür am Montag geehrt.

Heinz Volkmann (links), Geschäftsführer der Wasserleitungsgenossenschaft, und Gerd Rüschmann, Vorsitzender, arbeiten bereits seit über 20 Jahren gemeinsam im Vorstand.

Quelle: Saric

Groß Vollstedt. „Auf die nächsten 40 Jahre“, habe man zu ihm gesagt, erzählt Volkmann lachend und schüttelt den Kopf. „Wir waren damals noch eine relativ junge Truppe, als ich 1975 angefangen habe. Das sind wir jetzt nicht mehr“, scherzt er. „Es ist aber schon etwas Besonderes“, betont Gerd Rüschmann, seit 1992 Vorsitzender der Genossenschaft. „40 Jahre hat man selten.“

 In der Zeit um 1900 habe es gerade im ländlichen Bereich einen Auftrieb im Genossenschaftswesen gegeben, erzählt Volkmann. „Nach der Industrialisierung hatte sich das Leben der Menschen auch auf dem Dorf sehr verändert. Genossenschaften waren geeignet, um zusammen etwas zu entwickeln. Alleine war das kaum möglich.“ Die Wassergenossenschaften seien oft aus Meiereigenossenschaften geboren, weil dort viel Wasser und ein Brunnen benötigt wurde. So war es auch in Groß Vollstedt.

 Über den vier Meter tiefen Brunnen der Meierei wurde das Wasser per Dampfkraft in den Wasserturm gepumpt. „Das war der höchste Punkt im Dorf“, so Rüschmann. 1917 bauten die Groß Vollstedter eine Windturbine, um das Wasser mit mehr Druck in den Turm und von dort – ungefiltert – in die Haushalte zu befördern. „Von Eisen und Mangan wusste man damals noch nichts“, so Volkmann. 1960 wurde der Meiereibrunnen wegen des gestiegenem Wasserbedarfs aufgegeben und ein unterirdisches Wasserwerk auf dem heutigen Schulhof gebaut. Hier steht auch das oberirdische Häuschen des Wasserwerks, 1989 erbaut. Die alten Eisenrohre des Netzes sind nach und nach gegen Kunststoffrohre ersetzt worden.

 Den Werksbau hat Volkmann seinerzeit mit auf den Weg gebracht. „Wir mussten einen langen Dialog mit den Mitgliedern führen, bis wir alle so weit hatten“, erinnert er. „Aber wir mussten bauen. Das Dorf ist damals um 300 Einwohner gewachsen.“ Um das Werk herum gibt es drei Brunnen, jeweils rund 30 Meter tief. Im Werk selbst, erklärt Rüschmann, werde das Wasser zuerst mit Sauerstoff versetzt, dann in zwei großen Kesseln mit Hilfe von Quarzkies von Eisen und Mangan gereinigt und zuletzt über einen Druckkessel mit 4,5 bis 5 Bar ins Leitungsnetz gepumpt.

 Volkmann sieht sein Dorf bezüglich der Wasserversorgung bescheiden in der Rolle des Vorreiters, ist diese Genossenschaft doch die älteste im Amt. „Der große Vorteil ist, dass wir das Wasser günstig anbieten können“, findet Gerd Rüschmann. Außerdem halte die Gemeinde selbst die Fäden in der Hand.

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