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Herzmassage statt Mathe

Schüler werden zu Sanitätern: Herzmassage statt Mathe

In der Gemeinschaftsschule Kronshagen werden derzeit Schulsanitäter ausgebildet. Statt Mathe und Physik zu büffeln, proben 14 Acht- und ein Neuntklässler Heimlichhandgriff, Herzmassage und richtigen Umgang mit dem Defibrillator. Später sollen sie Mitschülern in Notsituationen helfen.

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Nadja (li.) und Finja üben vor ihren Mitschülern die Herz-Lungen-Wiederbelebung und den Umgang mit dem Defibrillator.

Quelle: Sven Janssen

Kronshagen. Die Idee dafür hat Deutsch- und Englischlehrerin Maike Fröhlich im Sommer von ihrer alten Schule in Eckernförde mit nach Kronshagen gebracht. „Ich finde es wichtig, dass die Schüler selbst Verantwortung übernehmen“, sagt die 41-Jährige, die sich als Schwesternhelferin im Krankenhaus ihr Studium finanziert hat.

 Nicht nur bei den Lehrern kam die Idee gut an, auch die Schüler waren schnell Feuer und Flamme. 15 Plätze gab es, für die Achtklässler, 40 Schüler hatten sich beworben, das ist fast der halbe Jahrgang. „Wir bieten den Kursus in den achten Klassen an, weil die Schüler dann noch zweieinhalb Jahre an der Schule sind“, erklärt Fröhlich. Ziel sei, regelmäßig Schüler auszubilden, um einen festen Stamm für die Hilfsdienste zu haben.

 „Bei einem Bienenstich im Rachen kann der binnen Sekunden zu schwellen“, erklärt Sanitätshelfer Matz Birkmann von den Johannitern und lässt die Schüler Lösungen entwickeln. „Kühlen hilft“, schlägt Bennet vor. Und gleich wird überlegt, ab es in der Schulküche auch Eiswürfel gibt, die man im Notfall holen könnte. „Aber immer an das Paket denken“, sagt Birkmann. Gemeint ist eine Gedächtnisstütze mit vier Dingen, die die wichtigsten Schritte im Notfall symbolisieren. Ein Handy für den Notruf, ein Teddy für Hilfe, ein Herz für die Prüfung der Vitalfunktionen und ein Gradzeichen für die nötige Wärme.

 Anders als im Erste-Hilfe-Kursus ist die Ausbildung auf den Schulalltag angepasst und dauert auch länger. „Vier Tage wird sechs Stunden gelernt und am Ende muss man eine Prüfung bestehen“, erklärt der FSJler den Kursus, der von den Johannitern kostenlos angeboten wird. Für den Start stellen sie der Schule auch einen Notfallrucksack zur Verfügung, der alle wichtigen Utensilien für die Schulsanitäter enthält.

 „Ab Dezember werden immer drei Schüler gemeinsam Dienst für eine Woche haben“, sagt Fröhlich. Organisieren sollen das die Schüler selbst. Die sind hochmotiviert. „Ich finde es toll, dass ich Menschen helfen kann“, sagte Marcel (14). Bennet ist dabei, weil er später vielleicht Sanitäter werden möchte und Erfahrungen sammeln will. Die meisten finden die neue Aufgabe aufregend und spannend. „Besonders toll ist es auch, dass wir als Helfer die Johanniter bei der Kieler Woche und anderen Veranstaltungen begleiten dürfen“, sagt Ida (13). Und Aileen (14) freut sich auf die Wettbewerbe, bei denen man sich mit anderen Schulsanitätern messen kann.

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