22 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
In der Fremde

Historisches Museum Rendsburg In der Fremde

Vertriebene, Gastarbeiter, Flüchtlinge: Mit ihnen beschäftigt sich eine neue Sonderausstellung der Museen im Kulturzentrum. Sie zeigt, wie sie in Rendsburg ankamen, lebten und wie sie Spuren hinterließen.

Voriger Artikel
Naturbad: 200.000-Euro-Vergleich
Nächster Artikel
Erstes Dampffestival startet

 Jonas Müller war zwei Jahre lang Volontär in den Museen im Kulturzentrum. Mit der Ausstellung über Vertriebene, Gastarbeiter und Flüchtlinge verabschiedet er sich.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Links die Steinskulptur einer wartenden Mutter unter einem Portal aus Stahl, rechts Straßennamen wie Königsberger Straße oder Breslauer Straße, in der Mitte Jonas Müller im Schneidersitz. Der 28 Jahre alte studierte Historiker ist die Verbindung. Er hat die neue Sonderausstellung in den Rendsburger Museen mit dem Titel Fremde in der Heimat - Heimat in der Fremde entworfen.

Die Steinskulptur ist von Adnan Harbo aus dem Irak, der Flüchtling will sie der Stadt schenken, aus Dankbarkeit für die Aufnahme. Die Straßennamen sind Erinnerungen an Vertriebene aus dem Osten, die Rendsburg nach dem Krieg aus den Nähten platzen ließen.

Jonas Müller hat die Sonderausstellungsfläche im ersten Stock des Hohen Arsenals komplett umbauen lassen. Hinten links steht nun ein aus rohen Latten zusammengebautes Gatter. Hinterm Zaun liegt ein geöffneter zerschlissener Koffer, daneben Bibel und Gesangbuch, dahinter ein flacher Karren mit rostigen Eisenrädern - so müssen Vertriebene angekommen sein.

Auf der anderen Seite der Fläche ließ Müller hinter Spanholzplatten provisorische Räume bauen. Vorne ein Behördenzimmer mit Schreibmaschine, Wählscheibentelefon und Stempelkarussell. Hier könnten Gastarbeiter ihre ersten Erfahrungen mit einem deutschen Einwohnermeldeamt gemacht habe.

Dahinter ist ein zweites Zimmer mit Etagenbett, Holztisch, zwei Stühlen und einem Spind: So sehen heute Notunterkünfte für Flüchtlinge aus Afghanistan, Afrika und Syrien aus. Vorzugsweise in ehemaligen Kasernen. Wie passend: Das Mobiliar hat das Museum vom Lufttransportschwader 63 in Hohn ausgeliehen. 

Die bis Mitte September laufende Ausstellung widmet sich einem „ganz großen Rendsburger Thema“, sagt Museumschef Dr. Martin Westphal. Die Aufnahme von Fremden „ist eine ganz lange städtische Tradition“. Sie beginne eigentlich schon viel früher als in der Ausstellung gezeigt. Zu den ersten Fremden, sagt Westphal, gehörten Soldaten in der Garnison.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3