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Abschied von der Vision

Historisches Museum Rendsburg Abschied von der Vision

Martin Westphal hat den Traum von der Erweiterung seines Historischen Museums in Rendsburg in eine leere Kfz-Halle in der früheren Eiderkaserne nebenan begraben. Er will nun den ersten Stock neu ordnen und Raum für Uniformen, Waffen und Militärdokumente als Zeugen der 350-jährigen Garnisonsgeschichte schaffen.

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Museumschef Martin Westphal will den ersten Stock im Historischen Museum neu sortieren, damit Platz für die Militärgeschichte der Stadt ist.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Zeig' dich, Soldat! ist der Titel der aktuellen Ausstellung, die Westphal noch bis Sonntag präsentiert. Sie sollte eine Demonstration für mehr Platz sein. Westphal hat Messer, Klappspaten, Kanonenkugeln, Uniformen, Orden und Gasmasken aus dem Magazin geräumt, um zu zeigen, was sein Museum zum Thema 350 Jahre Garnisonsgeschichte zu bieten hat. Seine Botschaft: Die für Militärgeschichte reservierte 16-Quadratmeter-Ecke reicht nicht, ohne die 700 Quadratmeter große Kfz-Halle geht es nicht - auf der aber hat die Stadt den Daumen.

Westphal rudert zurück. Am Mittwoch sagte er: „Ich habe lange gebraucht, um zu verarbeiten, dass ich bis auf Weiteres nicht an die Kfz-Halle komme.“ Er wolle nicht „wider besseres Wissen“ daran festhalten.

In die Kfz-Halle wollte er mit den Druck- und Setzmaschinen seines Druckmuseums im Erdgeschoss umziehen, um mehr Platz für Stadt-, Kanal- und Garnisonsgeschichte zu schaffen. Das Druckmuseum ansonsten ganz aufzugeben, sei keine Alternative. „Wir können nachweisen, dass mindestens die Hälfte der Besucher ins Druckmuseum kommt.“ Viele kämen von weit her und verbänden den Besuch im Museum mit einem Stadtbummel.

Westphals neue Strategie: Er will das aus zwei Flügeln bestehende Obergeschoss seines Museums komplett neu ordnen und dort Stadt-, Garnisons- und Kanalgeschichte unterbringen. Teile der vorhandenen Ausstellung müssten dann ins Lager wandern. Womöglich die fünf großformatigen Stadtmodelle? Garantiert nicht, sagt Westphal. Oder das mächtige Uhrwerk der Marienkirche? „Das weiß man nicht.“ Gleichzeitig will er die Ausstellung modernisieren und für digitale Technik öffnen. „Wir sprechen im Moment von einer Präsentation, die 25 Jahre auf dem Tacho hat.“

Das neue Konzept will Westphal von einem Ausstellungsarchitekten ausarbeiten lassen. Er rechnet mit Kosten von 400000 bis 500000 Euro. Auf Grünes Licht dafür hofft er in der kommenden Sitzung des städtischen Kulturausschusses. Der Historiker fürchtet ansonsten um das im Jahr 2014 erhaltene Zertifikat des Museumsverbands. „Nichts wäre schlimmer, als der Verlust dieses Zertifikats.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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