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Jetzt bremst der Fluglotse das Windrad

Lufttransportgeschwader 63 Jetzt bremst der Fluglotse das Windrad

Auf dem Nato-Flugplatz in Hohn bei Rendsburg können Fluglotsen jetzt Windkraftanlagen abschalten, wenn deren Rotoren die Radaranlage neben der Landebahn stören. So ist der Bau neuer Masten im Umkreis möglich. Hohn ist derzeit der einzige Militärflugplatz im Bundesgebiet, der dieses Flight-Manager-System hat.

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Auf dem neuen Bildschirm überblickt Fluglotse Duc Thai den Bereich, in dem er Windkraftanlagen bremsen und abschalten kann.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Hohn. Bisher hat das Lufttransportgeschwader (LTG) 63 immer wieder Einspruch gegen die Planung von neuen Windkraftanlagen im Umkreis des Flugplatzes eingelegt, sagt dessen Kommodore Hartmut Zitzewitz. Nämlich immer dann, wenn die Masten in Einflugschneisen stehen sollten und die laufenden Rotoren das Radar der Fluglotsen stören konnten. Weil die Fluglotsen mit dem neuen System Windräder jetzt bremsen oder gar abschalten können, irritieren diese nicht mehr das Radar, wenn Flugzeuge landen oder starten. „Wir haben den Konflikt aufgelöst“, sagt Torsten Levsen, Vorstand und Gesellschafter eines Windparkbetreibers im benachbarten Sehestedt. Dessen Tochterfirma ist die Betreiberin des neuen Systems. 

„Es ist eine Bedarfsabschaltung“, sagt Kommodore Zitzewitz. „Wir wollen die Windparks so lange wie möglich laufen lassen. Wir sind glücklich und zufrieden, dass wir das haben. Jetzt sind mehr Windparks im Umkreis von Hohn möglich.“ 

Bei Bedarf heiße, der Fluglotsen bremse oder stoppe nur dann eine Windparkanlage, wenn kein Sichtflug möglich ist, etwa nachts, bei Nebel oder Starkregen, und wenn sich in der Flugschneise einer Maschine Rotoren drehen, erklärte der Kommodore am Dienstag bei der offiziellen Inbetriebnahme. „Ein tolles System“ sei das, findet Rainer Kabon, der in Hohn für die Flugsicherung zuständige Stabsoffizier. Ein Jahr lang habe das Geschwader die Technik jetzt geprüft. „Es ist super gelaufen.“

Am hinteren Ende des Flugplatzes sitzen drei Fluglotsen in einem abgedunkelten Raum vor Monitoren und einem runden Radarschirm, auf dem ein grüner Zeiger kreist. Ein Bildschirm in halber Höhe links ist neu. Er zeigt in grünen und braunen Sektoren das Umfeld des Flugplatzes. Leutnant Duc Thai hat die Mattscheibe fest im Blick. Auf dem Monitor sieht der Fluglotse den Bereich im Umfeld, den das Flight-Manager-System umfasst. Der Korridor ist rund 40 Kilometer breit und etwa 50 Kilometer lang, sagt das LTG. 

Bisher hat das System Zugriff auf zwei Windräder, sagt Torsten Levsen. 18 weitere sollen bis zum Jahresende in Betrieb gehen, gut 20 zusätzliche planten seine Firma und anderen Betreibern. Ohne das Flight-Manager-System sei keine einzige dieser Anlagen möglich. Die Kosten trügen die Betreiber, Steuermittel würden nicht eingesetzt. Alleine die Programme für den Rechner kosten nach seinen Angaben rund 250000 Euro. Durch die Abschaltung stehe jeder Rotor etwa drei bis fünf Prozent seiner Betriebszeit still, erwartet Levsen.

Neben Hohn habe auch der teils militärisch genutzte Flughafen Rostock-Laage das System getestet, sagt LTG-Kommodore Zitzewitz. Der Versuch sei aber ausgesetzt worden.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
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