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Hospiz: Chronischer Geldmangel

Rendsburg Hospiz: Chronischer Geldmangel

Das Hospiz Haus Porsefeld in Rendsburg ist chronisch unterfinanziert. Ohne Spenden, die Kirche und ehrenamtliche Helfer kann es nicht arbeiten. Zumal derzeit Verhandlungen mit den Krankenkassen über höhere Pflegesätze laufen, ohne dass ein Ende in Sicht wäre.

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Seit 20 Jahren nimmt das Hospiz Haus Porsefeld Sterbende auf.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. „Die Region engagiert sich stark für das Haus. Es wäre undenkbar, wenn das plötzlich fehlen würde“, sagt Norbert Schmelter. Er ist Geschäftsführer der kirchlichen Pflege Lebensnah, die das Hospiz Haus Porsefeld in der Denkerstraße in Rendsburg betreibt.

Seit rund 20 Jahren gibt es das Hospiz mit zehn Plätzen. Hier verbringen Schwerkranke die letzten Tage ihres Lebens. Zurzeit sind es durchschnittlich 14 Tage, sagt Heidrun Preußer, die Leiterin des Hospizes. Rund 150 Schwerkranke nimmt das Haus Porsefeld derzeit jährlich auf, sagt Schmelter. Die Pflegeplätze seien zu rund 95 Prozent ausgelastet, ergänzt Heidrun Preußer.

Dennoch sagt Schmelter: Die Finanzierung stehe auf unsicheren Füßen. Die von den Krankenkassen gezahlten Pflegesätze reichten bei weitem nicht aus. So habe das Defizit im vergangenen Jahr 270000 Euro betragen, das seien 28 Prozent der Kosten. 120000 Euro zahle der Kirchenkreis. Der Rest seien Spenden, Schenkungen und Erbschaften.

Zusammen mit den fünf anderen Hospizen im Lande verhandelt das Haus Porsefeld seit Ende vergangenen Jahres mit den Krankenkassen über höhere Pflegesätze. Die Tagessätze liegen derzeit in Rendsburg je nach Pflegestufe zwischen 191,76 Euro und 225,29 Euro. Mit diesen Beträgen sind die Krankenkassen dem Hospiz einen Schritt entgegen gekommen. Aber noch liegt man weit auseinander. Das Haus Porsefeld fordere einen Einheitssatz von 300 Euro am Tag, erklärt Schmelter. Es habe, so Heidrun Preußer, bisher fünf Verhandlungsrunden gegeben. „Wir können nicht sagen, wann es ein Ergebnis gibt.“

Auch Florian Unger, der Sprecher beim Verband der Ersatzkassen in Kiel, erklärt, die Verhandlungen seien „sehr, sehr schwierig“. Ihr Ende sei derzeit nicht absehbar. Man befinde sich noch am Anfang der Gespräche, es gehe um Eckpunkte, nicht um Details. Das hohe Defizit der Rendsburger sei über Jahre aufgelaufen. Das Haus Porsefeld habe das letzte Mal 2009 verhandelt, danach nicht mehr. „Wenn sie jedes Jahr gekommen wären, hätten wir heute nicht das große Defizit.“

Auch wenn das Defizit beim Haus Porsefeld hoch ist, werde kein Patient abgewiesen, die Angestellten müssten keine Entlassungen oder Gehaltskürzungen befürchten, sagt Schmelter. „Wir haben die Löhne sogar angehoben.“

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Hans-Jürgen Jensen
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