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Sprung in die Hotelküche

Büdelsdorf Sprung in die Hotelküche

Arbeitsplätze für Förderschüler: Dafür werben das Hotel Heidehof in Büdelsdorf und das soziale Netzwerk Brücke. Kein Selbstgänger. „Es gibt Firmen, die sich schon am Telefon verschließen“, sagt Dirk Reidt von der Brücke. Es geht auch anders.

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Sie haben sich gefunden: Nadja Willmers (links) und Tania Debbert, Empfangsleiterin im Heidehof.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Büdelsdorf. Nadja Willmers hat es geschafft. Die 18 Jahre alte Büdelsdorferin hat einen Vertrag als Servicehilfskraft im 180-Betten-Hotel Heidehof. Sie füllt im Keller die große Waschmaschine und legt Handtücher zusammen, räumt Tische ab, stapelt Geschirr in die Spülmaschine, poliert Besteck, gießt Blumen und zupft welke Blätter. Nadja Willmers ist zufrieden: „Alles ist gut.“

Nach der Förderschule für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung führte der Weg von Nadja Willmers weder in eine betreute Werkstätte noch in eine langwierige Berufsvorbereitung. Es ging mit Unterstützung des Integrationsfachdiensts der Brücke Rendsburg-Eckernförde zum Heidehof. Nach zwei Praktika und mehreren Werkstatttagen, war klar: Nadja Willmers hat ab dem 1. August einen 20-Stunden-Vertrag.

Ihre Mutter Petra Willmers sagt: „Man lässt Nadja hier auch selbstständig arbeiten. Wir sind absolut stolz darauf.“ Die 18-Jährige sei „voll integriert“, erklärt Tania Debbert, Heidehof-Empfangschefin. Der Arbeitsvertrag habe „alle Optionen, die es gibt“.

Am 2011 gestarteten Projekt „Übergang Schule Beruf“ für Förderschüler nahmen bisher „160 bis 180“ Jugendliche teil, sagt Daniel Grade, zuständiger Brücke-Bereichsleiter. Nadja Willmers habe als Erste den direkten Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft.

Förderschüler überzeugen oft durch Tugenden, sagt Ulrike Ahlers von der Agentur für Arbeit: Zuverlässigkeit, Dankbarkeit, Pünktlichkeit. Sie erlebe bei vielen Betrieben eine grundsätzliche Bereitschaft, Förderschülern eine Stelle zu geben. Als Alternative gebe es für die jungen Leute nach berufsvorbereitenden Lehrgängen - teils im Internat - auch Aussicht auf eine Ausbildung.

„Die Hürde ist die Berufsschule“, sagt Sebastian Schulze vom Unternehmensverband. Dort hätten Förderschüler während der Ausbildung meist Probleme. „Es sind nicht wirklich viele in einer Ausbildung.“ Die Chancen stiegen, wenn sich Förderschüler weiter schulisch qualifizierten. Oder wie Nadja Willmers gleich arbeiten.„Es gibt immer noch Hilfstätigkeiten in verschiedenen Bereichen.“

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