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Adrenalin pur in rutschigen Kurven

Lindau Adrenalin pur in rutschigen Kurven

Motorengeheul dringt auf dem Weg zur Koppel in die Ohren. Es riecht nach Sprit an der Rennstrecke. Dort fliegt Erde durch die Luft, was die Bier trinkenden Zuschauer am Zaun kaum stört – ebenso wenig wie der Nieselregen. Gespannt verfolgten Hunderte Besucher am Sonnabend das 10. Lindauer Mofarennen der Motorradfahrgemeinschaft (MFG) Geiler Keiler.

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Motorengeheul: Der regenglatte Boden entpuppte sich in den Kurven als Herausforderung.

Quelle: Jan Torben Budde

Lindau. „Das ist Adrenalin pur“, schwärmt Christian Voß aus Goosefeld. Der 30-jährige Mokickfahrer wurde gerade von einem Teamkollegen abgelöst. Immerhin dauert das Rennen auf der etwa einen Kilometer langen Strecke drei Stunden. Auf der Koppel und im benachbarten Gerstenfeld, wo die Mopeds ebenfalls durchknattern, haben sich Spurrillen gebildet. „Durch die Gerste und den Regen ist es ganz schön rutschig“, erzählt der Fahrer vom Gooserider-Racing-Team, der schon zum dritten Mal dabei ist, „in den Kurven muss man aufpassen.“ Er sei einmal fast in die Zuschauer gesaust.

Schlimme Unfälle gab es laut Frank Huch vom Deutschen Roten Kreuz Gettorf glücklicherweise nicht. „Nur kleine Schürfwunden und Prellungen“, ist der Rettungsassistent beruhigt. Dabei starten laut Rüdiger Hein von den Geilen Keilern, die an der Rennstrecke alle Hände voll zu tun haben, immerhin 34 Teams mit 81 Fahrern. Er zeigt sich mit der Aktion zufrieden: „Trotz des Regens – und alle Teilnehmer haben es gut überstanden.“

Zu den Stammgästen auf der Koppel am Sander Weg gehört das „Hopfen-Team“ aus Großharrie (Kreis Plön). „Ist echt klasse hier“, betonen Simone und Markus Kähler, die nach dem Rennen und der anschließenden Party mit Live-Musik sogar vor Ort übernachten. Mit einer Handvoll Teams verbinde sie inzwischen so etwas wie Freundschaft. Dass sie bisher keinen Titel beim Mofarennen gewonnen haben, scheint eher zweitrangig zu sein. „Gutes Mittelfeld“ lautet die Bilanz der vergangenen fünf Jahre. „Unser Team ist aus einer Bierlaune heraus entstanden“, verrät das Ehepaar, dessen Zwillingssöhne Philipp und Lennard (14) nun das Juniorenteam bilden, denn das „Hopfenteam“ tritt mit gleich zwei Mannschaften an. Mutter Simone ist vergangenes Jahr auch noch mitgefahren. „Jetzt kümmere ich mich ums Catering“, sagt sie schmunzelnd.

Zahlreiche Pavillons säumen die Rennstrecke. Mechaniker, Familienmitglieder und Freunde sitzen auf Holzbänken oder Klappstühlen. Manche fotografieren oder filmen mit Tablet-PC oder Smartphone das Mofarennen. Zwei Mädels haben sich lieber in eine große Wolldecke eingekuschelt. Der Duft von Grillwurst steigt in die Nase. Bei Bier, Limo oder Kaffee wird geklönt und gefachsimpelt. Dabei geht’s nicht nur um Motorräder. Denn aus einem Radio ertönt die Bundesliga-Konferenz. „Mist, der HSV liegt zurück“, ärgert sich ein Goosefelder Fußballfan des abstiegsbedrohten Liga-Dinos.

Unterdessen drehen die Mopeds in der Idylle zwischen Revensdorf und Gettorf weiter ihre Runden. Mitunter schiebt ein Fahrer sein Moped kopfschüttelnd vom Acker und übergibt es einem Schrauber des Teams, der sich gleich emsig an die Arbeit macht. Henning Brandt, Teamchef der Goosefelder, die mit knapp 20 Erwachsenen und Kindern zum Mofarennen gekommen sind, bringt’s auf den Punkt: „Alle haben Spaß am Motorradfahren.“

In der Mofa-Klasse landeten die „Koppelputzer 1“ mit Florian und Marco Taschner ganz oben auf dem Treppchen, weil sie innerhalb von drei Stunden 97 Runden drehten – und auf deren Anzahl kam es an. Bei den Mokicks gewann das „Will Motors Racing Team“ mit Joachim und Christian Will (102 Runden).

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