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Viele Kinder, schwacher Haushalt

Amt Bordesholm Viele Kinder, schwacher Haushalt

Amtsvorsteher Torsten Teegen und Amtsdirektor Heinrich Lembrecht schlagen Alarm: Im Amt Bordesholm geht den Dörfern, in denen viele Familien mit Kindern leben, finanziell die Puste aus. Die Ausgaben für Kitas und Schule machen in mehreren Orten mittlerweile drei Viertel der Ausgaben aus.

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Heinrich Lembrecht (links) und Torsten Teegen können mit Zahlen belegen, dass die Haushalte von Dörfern mit vielen Kindern durch Schul- und Kitakosten in Schieflage geraten.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Torsten Teegen als Bürgermeister von Loop spürt bei sich und anderen Gemeindechefs viel Frust. „Es ist traurig, wir investieren in die Jugend und werden dafür bestraft. Die Steuern sprudeln wie noch nie, aber in den Dörfern kommt nichts an“, erklärte Teegen. Nach den Berechnungen der Amtsverwaltung zahlte Loop in 2015 über 78 Prozent seiner Haushaltseinnahmen für Kitaplätze, Kleinkindbetreuung und Schulkosten. Zwei Jahre zuvor waren es nur 41 Prozent. Ähnlich sieht es in Hoffeld und Schönbek aus, Brügge zahlte sogar über 93 Prozent. Die Haushalte von Orten mit relativ wenig Kindern wie Grevenkrug oder Groß Buchwald wurden dagegen nur mit 35 bis 40 Prozent belastet.

 Auf der jüngsten Sitzung des Amtshauptausschusses sprach Teegen von einer nicht mehr tragbaren Situation für die Kommunen. „Vielen ist gar nicht klar, dass ein Krippenplatz 13000 Euro pro Jahr kostet. Davon zahlen die Gemeinden 6400 Euro“, rechnete der 50-jährige Amtsvorsteher vor. Nach dem Konnexitätsgesetz sollte der Bund die den Kommunen entstehenden Mehrkosten ausgleichen. „Das versprochene Geld kommt aber nicht da an, wo es gebraucht wird“, sagte Heinrich Lembrecht.

 Wie Teegen fordert der Amtsdirektor die Entscheidungsträger in der Politik auf, das Gesetz anzuwenden und so die Kommunen zu entlasten. Lembrecht regte zudem an, bei der Verteilung der Schlüsselzuweisungen über einen Kinderbetrag nachzudenken.

 Sollte sich an der Belastung der kinderreichen Gemeinden nichts ändern, bleiben der Straßen- und Wegebau sowie andere Aufgaben liegen. Die Spitzen des Bordesholmer Amtes wollen jetzt über den Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie Organen wie den Gemeindetag Wege zu einer Verbesserung suchen. Torsten Teegen: „Im Grunde brennt es bei den Dörfern, einige fangen schon damit an, ihre Rücklagen zu verbraten.“

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