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Großes Aufräumen im Museum

Nortorf Großes Aufräumen im Museum

Mit Besen und Staubtuch wurde noch einmal sauber gemacht, einige Stücke aus dem großen Teldec-Fundus des Nortorfer Museums an einen neuen Platz gerückt oder zurecht geschoben: Am Dienstag bekommt der Museumsverein Besuch vom Fernsehen im alten Kesselhaus, wo künftig der neue Standort für die umfangreichen Hinterlassenschaften der Teldec Schallplattenfabrik eingerichtet werden soll.

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Steffi Kuchinke greift sich ein paar Rollen Originalfilmmaterial für die Bildplatten, ein wenig bekanntes Produkt der Teldec.

Quelle: Nora Saric

Nortorf. „Das ist natürlich aufregend für uns“, gestand Museumsleiter und Vereinsvorsitzender Lutz Bertram am Sonntag lächelnd, als er sich mit Vereinskollegen getroffen hatte, um das Kesselhaus noch etwas auf Vordermann zu bringen. Bei dem Fernseh-Dreh wird hier in zwei Teilen live gesendet. Ein 18-köpfigen Team mit sechs Fahrzeugen wird das Gebäude der Nortorfer Schallplatten-Geschichte zum Studio umfunktionieren. „Dabei wird auch ein Zeitzeuge interviewt“, so Bertram. Ingo Jöhnk aus Nortorf wird vor laufender Kamera erklären, wie so eine Schallplattenpresse – von den tonnenschweren Geräten stehen zwei im Kesselhaus – funktioniert. Der heute 59-Jährige Nortorfer hat als junger Mann bei der Teldec gelernt. „Das war 1972, da war ich 17 Jahre alt“, erzählte Jöhnk, der im Werk eine Ausbildung zum Elektromechaniker gemacht hatte.

In das Kesselhaus, eines der letzten Gemäuer, die vom alten Werkskomplex nach dem großen Abriss und dem Neubau des Einkaufszentrums noch stehen, hatte die Stadt, wie berichtet, kurzfristig 70000 Euro investiert, um es für den Museumsstandort zu sichern. Für den Ausbau und die Einrichtung würden geschätzt weitere rund 500000 Euro anfallen, hieß es Ende vergangenen Jahres. Wie die Summe aufgebracht werden soll, ist noch unklar. „Das wird noch einige Jahre dauern“, meinte Bertram. „Da stehen noch einige Entscheidungen an.“ Dennoch sieht der Museumsverein den Fernsehauftritt als große Chance. Wenn sich dadurch ein Sponsor fände, würde er in Nortorf offene Türen vorfinden, so die Vereinsmitglieder, die sich noch mal richtig Mühe gaben.

Eine große Pappfigur von Sängerin Maria Callas trug Siegfried Bock durch das Kesselhaus, um ihr einen prominenteren Platz zu geben. Thomas Perkuhn griff zum Staubtuch und machte sich unter den belustigten Blicken von Gisela Bock und Steffi Kuchinke an einer der Pressmaschinen zu schaffen. Unverzagt griff er gleich im Anschluss im Keller zum Besen, während Andreas Schulze plötzlich jubelte, als ihm zufällig wieder ein 16-Millimeter-Film über die Präsentation der Bildplatte von 1970 in die Hände fiel. „Der galt als verschollen“, freute er sich. Die Bildplatte sei in Nortorf produziert, aber Ende der 70er wieder eingestellt worden.

„Wir haben hier einige seltene Exponate, die man wahrscheinlich nur noch hier findet“, erklärte Bertram, darunter Filmaufnahmen und Fotos von den unzähligen Künstlern, die in Nortorf seit den 1940er Jahren aufgenommen haben. „Das ist das Museum zum Anfassen“, so Perkuhn. „Jeder kann und soll auch selber ausprobieren dürfen.“

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