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Im Lutherjahr feiert die Nortorfer Kantorei Jubiläum

Kirchenmusik Im Lutherjahr feiert die Nortorfer Kantorei Jubiläum

Das Reformations-Jubiläumsjahr ist für die Nortorfer St. Martin-Kirche gleich ein doppelter Grund zum Feiern. Denn es jährt sich nicht nur der Thesenanschlag Martin Luthers zum 500. Mal, sondern die Kantorei in Nortorf feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.

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Günter Bongert (von links), Hanns Lothar Kaempfe und Ulrich Hein finden, die Kirchenmusik hat mit den Jahren immer mehr an Qualität gewonnen.

Quelle: Gunda Meyer

Nortorf. Dafür hat sich der Chor unter der Leitung von Kirchenmusiker Ulrich Hein sogar eigens eine Komposition schreiben lassen.

Der Reformationstag und die Kantorei sind seit jeher eng verbunden, denn der Nortorfer Chor wurde 1917 von Karl Boje anlässlich des 400. Lutherjahrs gegründet. Boje brachte Schwung in die Musik, indem er Männer, die nicht im Krieg waren, sowie Frauen gezielt ansprach, ob sie nicht im gemischten Chor mitsingen wollten. Damalige Höhepunkte im Programm waren zum Beispiel die Aufführung von Joseph Haydns Schöpfung und auch das Weihnachtsoratorium von Heinrich Schütz.

Nach Boje, der bis 1951 Organist war, hat vor allem Günter Bongert als Kantor von 1979 bis 2013 die Nortorfer Kirchenmusik geprägt. „Die Hochzeiten sind vorbei“, sagt er. In den 80er- und 90er-Jahren sei es nicht schwer gewesen, Menschen für die Kirchenmusik zu begeistern. Das habe sich geändert. Mittlerweile gäbe es mal gerade drei Engagierte pro Studienjahr, die sich der Kirchenmusik verschrieben haben. Und auch mit den Chormitgliedern sähe es landesweit eher düster aus. „Viele Chöre lösen sich auf, weil sie keinen Nachwuchs haben“, sagt Bongert. Im Vergleich dazu sei Nortorf ein starker Chor mit rund 70 Mitgliedern und sieben Sängern im Jugendchor.

Moderne Musik für junge Leute

„Wir müssen junge Menschen anlocken. Das funktioniert mit Musicals oder moderneren Stücken“, sagt Hein, der seit 2013 als Kantor und Organist in Nortorf arbeitet. Noch zu der Zeit wäre das ein Unding gewesen. Damals erklangen nur klassische Lieder in der Kirche am Marktplatz.

Die musikalische Qualität habe sich mit den Jahren gesteigert. Besonders stolz sind Hein und Bongert dabei auf die Gründung des Orchesters 1990. „Das hat im Umkreis kaum eine Kirchengemeinde“, sagt Hein. Das Ensemble aus Laien und Profis ermögliche viele größere Musik-Projekte. „Generell entwickelt sich die Kirchenmusik weg vom reinen, klassischen Gottesdienstauftritt, hin zu zusätzlichen Projekten, die die Menschen anlocken“, sagt Kirchengemeinderatsvorsitzender Hanns Lothar Kaempfe.

Und kirchenmusikalische Projekte hat die Kantorei im diesem Jahr so einige. Das Highlight ist die Auftragskomposition, in der der Kirchenmusiker Werner Parecker beide Jubiläen in einer Komposition verbindet. „Das ist eine echte Herausforderung für Orchester und Chor, mit vielen schwierigen Passagen, aber ich freue mich sehr darauf“, sagt Hein. Zu hören ist diese Komposition erstmals zum Abschluss der Nortorf Messe am Sonntag, 21. Mai, um 17 Uhr.

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