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Möbellager im alten Aldi-Markt

Kronshagen Möbellager im alten Aldi-Markt

Knapp ein Jahr nach dem politischen Beschluss in Kronshagen steht die erste neu gebaute Unterkunft für Asylsuchende kurz vor der Vollendung. Das schlicht errichtete Gebäude in der Kopperpahler Allee 60 bietet 20 Plätze. Damit die Zimmer mit gebrauchten Möbeln ausgestattet werden können, sind derzeit vier Flüchtlinge aktiv: Sie arbeiten in dem neuen Möbellager der Gemeinde im ehemaligen Aldi-Markt in der Johann-Fleck-Straße. Die Betreuung des Projektes hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) übernommen.

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Asylsuchende arbeiten für das neue Möbellager (von links): Nikola Alisanivic, Schiar Horo, Astrit Istrefi und Miliano Sula.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Der Discounter ist schon lange ausgezogen: Statt Kühltruhen, Kassen und Warenregalen reihen sich auffällig viele schmale Kleiderschränke hintereinander. In der Mitte des Raumes stapeln sich Tische und Stühle. Gerade liefert eine Kronshagenerin draußen aus dem Kofferraum ihres Autos Gardinen an. Nachdem die Gemeinde im Juni zu Spenden aufgerufen hatte, platzt das Möbellager jetzt fast aus allen Nähten. Der Kleiderkammer im Stützpunkt des Deutschen Roten Kreuzes geht es ähnlich: Sie hat daher im ehemaligen Warenlager des Discounters zusätzlichen Lagerraum für Geschirr und Bettzeug erhalten.

 Nikola Alisanivic und Astrit Istrefi sind gerade dabei, Beine an einem Tisch zu befestigen. Tischler Schiar Horo repariert mit Miliano Sula einen Schrank. Freiwillig und mit großer Begeisterung arbeiten die vier Asylsuchenden für das neue Projekt der Awo. „Wir haben mit ihnen einen Vertrag über ehrenamtliche Tätigkeit geschlossen“, sagt Ingrid Weskamp, die die Flüchtlingshilfe der Awo organisiert. Da die Aufgabe im Interesse der Gemeinde ist, können die noch nicht anerkannten Asylbewerber arbeiten und sich ein wenig zusätzlich verdienen: 1,05 Euro pro Stunde. Drei Mal in der Woche, jeweils für drei Stunden, bringen sie die gebrauchten und nicht immer intakten Möbel auf Vordermann. Die Öffnungszeiten sind montags und mittwochs von 9 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 13 bis 16 Uhr. Für die Asylsuchenden ist die Aufgabe eine willkommene Abwechselung im Alltag. Eine reguläre Arbeit dürfen sie erst nach ihrer Anerkennung aufnehmen.

 Ab September werden die ersten Möbel das Lager wieder verlassen. Jede Woche müssen in der Kopperpahler Allee 60 jeweils fünf Zimmer ausgestattet werden. Dann können die Kronshagener wieder spenden – schließlich wird voraussichtlich bis zum Jahresende auch die Unterkunft in der Claus-Sinjen-Straße bezugsfertig sein. Zudem erhalten anerkannte Asylbewerber Ausstattungshilfen für die erste eigene Wohnung – „wenn sie die denn bekommen“, räumt Renate Graetsch vom Arbeitskreis Asyl ein. „Wir suchen vor allem kleine und kompakte Schränke und Gegenstände. Die Zimmer sind nicht groß“, sagt Tischler Gerald Damm, der das Projekt Möbellager zusammen mit Helmut Schimanski ehrenamtlich betreut.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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