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Geschichtsunterricht in der Arche Warder

Zurück in die Steinzeit Geschichtsunterricht in der Arche Warder

Beim herbstlichen Steinzeit-Fest eintauchen in die Lebenswelt der ersten Bauern – das war am Sonntag im Tierpark Arche Warder möglich. Zahlreiche Mitmachaktionen standen auf dem Programm, die Universität Kiel bot außerdem Einblick in die archäologische Forschung.

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Henning (4, links) und sein Zwillingsbruder Moritz untersuchen am Mikroskop Getreidekörner. Anna Wierzgon von der Uni Kiel hilft dabei.

Quelle: Anja Rüstmann

Warder. Acht Grad, Regen – in der Neuzeit bleibt man bei diesem Wetter in der warmen Stube auf dem Sofa, liest ein Buch oder schaut sich eine Staffel der Lieblingsserie an. In der Steinzeit legten sich die Menschen vielleicht ein weiteres Fell um, hockten am Feuer in einem zugigen Lehmbau oder mussten sogar raus zur Jagd mit Pfeil und Bogen. In der Arche Warder wurde Sonntag das Steinzeit-Fest gefeiert, mit Einblicken in die damalige Lebensweise. Erstaunlicher Weise lockte das zahlreiche Besucher aus dem warmen Wohnzimmer heraus.

 Pia (6) und Neele (11) sitzen auf Fell-überspannten Holzblöcken am Feuer in einem der Steinzeithäuser im Tierpark Arche Warder. Sie backen Stockbrot. „Eigentlich muss man das in die Glut halten“, weiß Neele, doch das dauert ganz schön lange. Manchmal röstet sie ihr Brot über einer Flamme. „Der Trick ist, den Teig ganz dünn um den Stock zu wickeln“, erklärt sie. Hier ist es kuschelig warm, doch der Rauch steigt in die Nase.

Gemütlich am Feuer saßen (von links) Neele (11) aus Felm, Torben Dannath, Pia (6) aus Nortorf und Arche-FÖJ'lerin Annbritt Röhrs und hielten ihr Stockbrot in die Glut. Foto: Anja Rüstmann

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 Wie machte man damals eigentlich Feuer. „Zu Hause am Kachelofen benutze ich ein Feuerzeug“, sagt Klaus Otto Timm. Er kommt aus dem Steinzeitpark Dithmarschen und erklärt, dass man früher ganz fein zerrupften Zunderpilz (ein Baumpilz) nahm. „Das fühlt sich wie Watte an.“ Er streut ein paar Distelsamen dazu und etwas Birkenrinde. Dann schlägt er zwei Markasit-Knollen aneinander, der Funke bringt den Zunder zum Glühen, Otto Timm pustet – und schon gibt’s Feuer. Kinder und Erwachsene hören und sehen ihm interessiert zu, bevor es sie nach draußen in den Regen zieht. Bogenschießen wie anno dazumal lockt offensichtlich bei jedem Wetter.

Klaus Otto Timm vom Steinzeitpark Dithmarschen zeigte, dass mit Hilfe des Zunderpilzes und aneinandergeschlagenem Markasit schnell Glut hergestellt werden kann, mit der dann ein Feuer entzündet wird. Foto: Anja Rüstmann

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 Moritz und Henning (beide 4) sind mit den Eltern nach Warder gekommen. Die Jungs entpuppen sich als kleine Wissenschaftler. Gemeinsam mit Doktorantin Anna Wierzgon von der Universität Kiel untersuchen sie am Mikroskop Getreidesamen. Gerste, Hafer, Hirse und Weizen fischen sie aus dem kleinen Schälchen. Dinkel gab es übrigens erst in der Bronzezeit.

 Welche Pflanzen es schon in der Jungsteinzeit (4000 bis 2000 v. Chr.) gab, welche in der Eisenzeit oder erst im Mittelalter, galt es beim Quiz zu erraten. Äpfel gab es schon früher. Fabian (8) aus Bad Bramstedt stellt sich geschickt an, Yasmin Dannath, Diplom-Biologin an der Uni Kiel, hilft. Tomaten hat erst Columbus, der 1492 Amerika entdeckte, mit nach Europa gebracht. Da gab es längst Häuser, warme Stuben, und an grauen, kalten, nassen Tagen blieb man wohl zu Hause ...

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