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Eckernförder in Kenia erschossen

Im Urlaub Eckernförder in Kenia erschossen

Es sollte ein schöner, ein entspannender Urlaub werden. Drei Wochen am Traumstrand von Kenia. Zehn Tage später war der 59-jährige Peter Tuschke tot. Auf offener Straße erschossen. Der Täter hatte es wohl auf High-Tech-Geräte abgesehen.

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Wenige Tage vor seinem Tod wurde dieses Bild in Ukunda aufgenommen: Peter Tuschke mit dem später geraubten Rucksack auf dem Motorroller seiner Schwester.

Quelle: privat

Eckernförde/Ukunda. Peter Tuschke hatte sich viel vorgenommen: Tauchen im Indischen Ozean, Ausflüge mit dem Motorrad und ganz viel Fotografieren. Am 17. Oktober traf der Eckernförder in Ukunda, einem etwa 30 Kilometer südlich von Mombasa gelegenen Küstenort ein. Erschossen wurde er dort nach zehn Tagen, direkt vor den Augen seiner Schwester Ursula Arnautovic.

Die Trauer und die Betroffenheit sind der 67-Jährigen noch immer anzusehen. Trotz der sonnengebräunten Haut wirkt sie blass. Die Augen voller Tränen. Wie konnte das geschehen? Warum gerade ihr Bruder? Ursula Arnautovic versucht, das Erlebte zu verarbeiten. Während sie erzählt, stockt ihr immer wieder die Stimme. Seit sie nicht mehr als Führungskraft im Ostseebad Damp tätig ist, pendelt sie mehrmals im Jahr zwischen Eckernförde und Ukunda. Dort ist ihr kenianischer Lebensgefährte zu Hause. Und dort hat sie sich auch immer sehr wohl gefühlt. Wohl wissend, dass es in der von Armut geprägten Region immer wieder zu Überfällen kommt.

Ukunda war ihnen lange bekannt

Ihr Bruder Peter Tuschke, ein ehemaliger Kampfschwimmer, der seit vielen Jahren in Eckernförde als selbstständiger Krankengymnast und Physiotherapeut tätig war, besuchte sie dort mehrfach im Jahr. „Ostern war er mit seiner ältesten Tochter Katrin bei uns“, erinnert sich Ursula Arnautovic an schöne Tage. Nun kam er allein. Er tauchte gern im Meer, traf sich mit Einheimischen am Strand, die er inzwischen gut kannte, und er fotografierte und filmte nahezu alles, was ihm vor die Linse kam. Das wurde ihm letztlich zum Verhängnis. Sein Mörder hatte es wohl auf diese teure Technik abgesehen. Eigens für den Urlaub hatte sich Tuschke eine neue Kamera mit Teleobjektiv zugelegt. Diese Ausrüstung, sein iPad, eine GoPro-Kamera und ein modernes Handy hatte er stets im großen Rucksack dabei, wenn er mit dem geliehenen Motorrad unterwegs war, um Land und Leute besser kennenzulernen. Am Abend des 27. Oktober kehrte Peter Tuschke gegen 20.30 Uhr mit dem Motorrad von einem dieser Ausflüge zurück zum Haus seiner Schwester. „Ich habe das Motorengeräusch gehört“, erinnert sie sich. Kurz darauf hörte sie, wie er ihren Namen rief. Das war ungewöhnlich. „Sonst öffnete er das große, metallene Tor, das das Grundstück umgibt, immer selbst“, erzählt Ursula Arnautovic. Sie ging hinaus. Als sie das Tor erreichte, sah sie trotz der Dunkelheit in wenigen Metern Entfernung einen Mann stehen, mit einer großen Waffe in der Hand.

Er traf zu spät im Krankenhaus ein

Nur Bruchteile von Sekunden später fiel ein Schuss. Sie brachte sich hinter dem Tor in Sicherheit. Als sie wenig später die Stimmen von Nachbarn auf der Straße hörte, traute sie sich aus dem Versteck hinaus. Ihr Bruder lag im Staub der Straße auf dem Bauch und war nicht ansprechbar. Mit einem Privatwagen wurde Peter Tuschke in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Doch es war zu spät. Der Schuss hatte seine Aorta getroffen. Der Eckernförder starb an inneren Blutungen.

Der Mann, der – wie sich später herausstellte – mit einer Kalaschnikow geschossen hatte, entkam mit dem Rucksack und dem Motorrad von Peter Tuschke. Bislang ist es der Polizei in Kenia nicht gelungen, den Täter ausfindig zu machen. Nach Informationen unserer Zeitung ermittelt inzwischen auch die Mordkommission in Kiel in diesem Tötungsdelikt.

Ursula Arnautovic, die inzwischen wieder nach Eckernförde zurückgekehrt ist, glaubt nicht daran, dass der Täter ausfindig gemacht wird. „Dort sind doch alle korrupt“, klagt sie. Die Asche ihres Bruders, der zwei Töchter (30 und 14 Jahre) hinterlässt, soll in der kommenden Woche in Eckernförde eintreffen. Er wird eine Seebestattung erhalten. Ehemalige und aktive Kampfschwimmer wollen die Familie bei der Ausrichtung der Trauerfeier unterstützen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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