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1,9 Millionen fehlen

Imland GmbH Rendsburg 1,9 Millionen fehlen

Bitter: Die Imland GmbH mit den Kliniken in Rendsburg und Eckernförde sowie drei Altenheimen hat ein 1,9-Millionen-Euro-Defizit gemacht. Einen großen Anteil lastet die Gesellschaft der Tunnelbaustelle in Rendsburg an. Aber es gibt einen Lichtblick.

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 Die Imland-Klinik in Rendsburg leidet unter Tunnelstaus.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Schon vor einem Jahr sah der Imland-Aufsichtsratsvorsitzende Torsten Schulz das Drama kommen. Ein Defizit von bis zu einer Million Euro sei absehbar, sagte der Bünsdorfer da. Es kam schlimmer. Am Mittwochabend lag dem Aufsichtsrat die neue Zahl vor: 1,9 Millionen Euro Defizit fürs Geschäftsjahr 2014.

Das Minus verteilt sich auf die beiden Kliniken in Rendsburg und Eckernförde mit rund 1,1 Millionen sowie die Seniorenheime in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf mit 800000 Euro, sagte Schulz. Das Defizit der beiden Krankenhäuser lasse sich nicht weiter auseinander dividieren, erklärte Imland-Geschäftsführer Martin Wilde am Donnerstag. „Der Bärenanteil“ am Problem sei aber der Kanaltunnel.

Diese Baustelle trifft die Rendsburger Klinik. Notärzte und Sanitäter meiden das Krankenhaus in der Lilienstraße, wenn sie mit Patienten von südlich des Nord-Ostsee-Kanals kommen und eine Tunnelstau befürchten müssen, sagt Schulz. „Es ist spürbar.“ Lieber fahren die Rettungswagen Richtung Kiel, Neumünster und Itzehoe, erklärt der Bünsdorfer. Dazu weichen nach seinen Worten auch Patienten aus, denen eine Operation bevorsteht, damit ihre Angehörigen bei einem Krankenhausbesuch nicht im Stau stehen müssen.

Weitere Gründe für das Defizit nach Angaben von Schulz und Wilde: Tariferhöhungen für das Personal, zu knappe Pflegesätze für die drei Altenheime, ein milder Winter mit wenigen Glatteisunfällen und eine wegen eines Keims im Februar 2014 für elf Tage geschlossene 28-Betten-Station in Rendsburg.

Die Imland GmbH müsse das Defizit aus der Rücklage decken, erklärt Schulz. Dort verblieben dann noch rund 13 Millionen. Erstmals habe es in den vergangenen 15 Jahren ein solches Minus gegeben.

Für dieses Jahr gebe es „vorsichtigen Optimismus“, hofft der Aufsichtsratsvorsitzende. Eine „schwarze Null“ sei möglich. „Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind.“ Höhere Einnahmen seien ein Grund für die Wende. So sorgten das neue Gelenkzentrum in Eckernförde und der Umbau der Intensivstation in Rendsburg für mehr Patienten in diesem Jahr.

Gleichzeitig stehe die Imland GmbH vor großen Ausgaben. Rund 30 Millionen Euro müssten in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich investiert werden, 20 Millionen alleine für ein neues Operationszentrum in Rendsburg, sagt Schulz. Die Finanzierung sei noch unklar, das Geld müsse aber aus dem laufenden Betrieb und aus Zuschüssen kommen.

Vor dem Hintergrund will der Kreis als alleiniger Gesellschafter in diesen Tagen ein Gutachten zur Finanzlage der Imland GmbH in Auftrag geben. Es solle Ende August vorliegen, sagte Kai Volkmann von der Kreisverwaltung am Donnerstag.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
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