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30 Jahre wie im Öffentlichen Dienst

Imland-Seniorenhäuser vor Verkauf 30 Jahre wie im Öffentlichen Dienst

Der Verkauf der drei Imland-Seniorenhäuser Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf an die Diakonie steht bevor. Die Verträge sind nahezu ausgehandelt. Im Juli soll der Kreistag entscheiden. Verdi hat erreicht, dass die Angestellten 30 Jahre lang nach dem Tarif des Öffentlichen Dienstes bezahlt werden.

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Imland-Seniorenhaus in der Großen Mühlenstraße in Nortorf.

Quelle: Martina Jensen

Rendsburg. Im vergangenen Jahr hatte ein vom Kreis Rendsburg-Eckernförde bestelltes Gutachten den Verkauf der Häuser empfohlen. Sie hatten im Jahr 2014 ein Defizit von 800000 Euro gemacht. Der Gutachter sah die Seniorenhäuser in einer kritischen Lage: zu wenige Bewohner, zu hohe Preise, zu hohe Personalkosten und deutlicher Investitionsbedarf. 2015 verursachten die Seniorenhäuser rund ein Drittel des Rekorddefizits von 3 Millionen Euro bei der Imland GmbH, zu der auch die beiden Krankenhäuser in Eckernförde und Rendsburg zählen. Von dem Verkauf der Häuser erhoffe sich die Imland GmbH eine „schwarze Null“ in der Bilanz für 2017, erklärte ihr Aufsichtsratsvorsitzender Thorsten Schulz vor einem Monat.

Nun steht der Verkauf unmittelbar bevor. Es gibt einen konkreten Zeitplan, den Schulz am Montag bestätigte. Danach sollen die Vertragsentwürfe an diesem Dienstag dem Imland-Aufsichtsrat vorgelegt werden. Am 14. Juli soll der Hauptausschuss des Kreistages das Ergebnis billigen, in der vergangenen Woche lagen den Politikern erstmals die bisher ausgehandelten Entwürfe vor. Den abschließenden Beschluss soll der Kreistag von Rendsburg-Eckernförde fassen, voraussichtlich am 25. Juli. „Wir sind in guten Gesprächen, zu Details kann ich nichts sagen“, erklärte Thorsten Schulz am Montag.

Dafür redet die Gewerkschaft Verdi. Denn sie hat für die Angestellten der drei Häuser viel erreicht. „Wir haben gut verhandelt“, sagt ihre Bezirksgeschäftsführerin Ute Dirks. Die rund 200 Mitarbeiter sollen nach ihren Worten 30 Jahre lang weiterhin den Gehaltstarif des Öffentlichen Dienstes bekommen, kommende Tariferhöhungen inklusive. Das gelte für die derzeit Beschäftigten. Wer nach dem Verkauf eingestellt wird, bekomme die niedrigeren Gehälter der Diakonie. Weiter müssten die Angestellten keine Abstriche bei der Altersversorgung hinnehmen. Ute Dirks: „Das sind Eckpfeiler, die stehen. Das ist ausgehandelt mit der Diakonie.“ Unterschrieben sei das Ergebnis noch nicht.

Käufer der drei Seniorenhäuser sollen die Diakonie Altholstein und die Stiftung Diakoniewerk Kropp sein. Kropp betreibt zwischen Marne, St. Peter-Ording, Eckernförde und Satrup im Kreis Schleswig-Flensburg Pflegeheime und Seniorenhäuser. Es bietet Tagespflege wie in der Margarethe-Kruse-Straße in Eckernförde sowie ambulante Dienste an. Die Diakonie Altholstein ist zwischen Kiel und Norderstedt tätig, unter anderem mit Pflegestationen wie in Felde und Flintbek. Zum Unternehmen gehören betreute Wohnanlagen wie in Kronshagen, Bordesholm und Molfsee

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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