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Sieben Gemeindevertreter, sieben Mal einstimmig

Quarnbek Sieben Gemeindevertreter, sieben Mal einstimmig

Die Grünen wollen’s packen. Erstmals tagte die Quarnbeker Gemeindevertretung ausschließlich mit den sieben Mitgliedern ihrer Fraktion. Sie beschlossen sieben Mal einstimmig.

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Arbeitsatmosphäre wie in Ausschusssitzungen: Nur noch sieben grüne Gemeindevertreter regieren Quarnbek.

Quelle: Torsten Müller

Quarnbek. Wählergemeinschaft WIR und CDU waren, wie berichtet, in der vergangenen Woche geschlossen zurückgetreten. Eine Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich, hieß es. Sie wollen erst wieder zur Kommunalwahl 2018 antreten.

 Neue Sitzstruktur: Die verbliebenen grünen Gemeindevertreter versammelten sich demonstrativ um einen Tisch – sonst prägte die Hufeisen-Struktur mit einer Öffnung zum Publikum hin das Bild. Nun erinnerte es an die Arbeitsatmosphäre in Ausschusssitzungen. Etwa 30 Zuschauer füllten den Multifunktionsraum an der Schule Strohbrück. Ehemalige Spitzenvertreter der zurückgetretenen Fraktionen waren nicht anwesend, wohl aber Mitglieder. Melissa Kahlau-Schneider (CDU) machte sich in der Sitzung Notizen.

 Wer möglicherweise kam, um Krawall zu erleben, wurde enttäuscht. Alles verlief friedlich. Eine kritische Frage stellte nur Uwe Schulze: Er konnte nicht verstehen, warum es unter Tagesordnungspunkt 16 um die Anschaffung einer Markise für den Kindergarten gehen solle, obwohl die Gemeinde kein Geld habe. Asche auf das Haupt von Bürgermeister Klaus Langer: Die Formulierung sei „unglücklich“. Es gehe gar nicht um Kauf, sondern um notwendige Reparatur der bei Windschlag beschädigten Markise, die Krippenkinder vor Sonne schütze – Preis: 928 Euro.

 Auch andere Tagesordnungspunkte gingen schnell über die Bühne: Die Windkraftplanung ist nun auf der Zielgeraden. Die Vertretung fasste den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan 13 (Groß Niedeel). Voraussichtlich im Sommer kann mit dem Bau der drei Windräder begonnen werden. Für das Bürgerwindrad soll es im Frühjahr eine Versammlung geben.

 Die Grünen hoben zwei Beschlüsse auf, die 2015 nicht ausgeführt worden waren: Malerarbeiten in der Kita und die Sanierung von Kellerschächten im Gemeindehaus. Einsparung: knapp 6000 Euro. Das Geld wird aber wohl 2017 ausgegeben. Unklar ist, ob Quarnbek bei der bisher zwei Mal im Jahr erfolgten Reinigung bleibt. Der Anbieter will künftig 32 statt 23 Cent pro Meter, da das Kehraufkommen stark zugenommen habe. Der Bürgermeister nannte als Grund durch landwirtschaftlichen Verkehr verschmutzte Feld- und Hofeinfahrt. Der Luxus der Reinigung stamme aus einer Zeit, „als wir noch viel Geld hatten“.

 Einige Beschlüsse waren am Abend zuvor im Finanzausschuss vorbereitet worden. Das Gremium kann jetzt auch mit nur drei grünen Mitgliedern empfehlende Beschlüsse fassen, da jetzt wieder die in der Hauptsatzung vorgesehenen Fünfer-Ausschüsse in Kraft sind. Nach der Kommunalwahl hatte die WIR aus Minderheitenschutz einen zusätzlichen Sitz in den Ausschüssen erhalten. Durch den Rückzug entfällt er - drei Stimmen reichen nun für die Mehrheit.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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