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Bis Silvester soll der Windstrom fließen

Quarnbek Bis Silvester soll der Windstrom fließen

Drei bis vier Windstärken, Schleswig-Holstein-Himmel. „Das wäre ein guter Tag für die Energieproduktion aus Windkraft“, sagte Jann Peter Freese, Projektleiter der Firma Denker & Wulf AG, am Dienstag auf der neuen Baustelle bei Gut Quarnbek. An der Kreisstraße 3 hat der Bau von drei Windrädern begonnen.

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Symbolischer erster Spatenstich für die Windkraft in Quarnbek: Bürgermeister Klaus Langer (Grüne, Foto Mitte) sowie Jan Peter Freese (links) und Bauleiter Hendrik Kaatz (mit Sohn Jonne) von der Projektfirma Denker & Wulf.

Quelle: Torsten Müller

Quarnbek. Das Arbeitsprogramm auf dem Acker Groß Niedeel ist sportlich: „Unser Zeil ist es, den Windpark noch bis Silvester in Betrieb zu nehmen, um die Einspeisevergütung für das vierte Quartal 2016 zu bekommen“, erläutert Freese. Sie verringert sich derzeit jedes Vierteljahr.

 Nach einem Votum der Quarnbeker darf die Spitze des jeweils höchsten Rotorblattes maximal 150 Meter erreichen; die Nabenhöhe liegt bei 93,50 Metern. Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) freut sich bereits auf die Einsparung von bis zu 18000 Tonnen CO2 pro Jahr. Der gemeinsame jährliche Energieertrag des Anlagen-Trios ist auf 24 Millionen Kilowattstunden berechnet. „Das reicht für 7000 Haushalte“, schätzt Freese. Der Strom wird ins Umspannwerk in Felde eingespeist.

 Eine der drei Windmühlen betreibt Familie Schoeller (Gut Quarnbek), die zweite Denker & Wulf. Die dritte bleibt wie geplant einer Bürgerbeteiligung vorbehalten. Über das Finanzvolumen für ein Windrad will sich Freese derzeit mit Hinblick auf die ausstehende Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nicht äußern. Der Bürgermeister versichert jedoch: „Sobald die Genehmigung vorliegt, wird es eine Informationsveranstaltung für die Bürgerbeteiligung geben – voraussichtlich Anfang kommenden Jahres.“ Dann beginnt auch die Einwerbephase für das erforderliche Kommanditkapital. Der Vorteil der Verzögerung: „Die Bürgermühle wird den Bürgern fertig übergeben; sie tragen kein Baurisiko“, fügt Freese hinzu.

 Mehr als drei Jahre dauerten die Planungen. Im Dezember 2012 hatte das Land Windeignungsflächen ausgewiesen, darunter das etwa 18 Hektar große Areal auf Gut Quarnbek, von dem nun etwa 1,3 Hektar bebaut werden. Durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts im Januar 2015 waren diese Flächen aber gekippt worden. Jetzt gehört der Windpark zu den wenigen, deren Bau mit einer Ausnahmegenehmigung begonnen werden kann. Nach Angaben von Freese wurden bereits Rückstellungen für den Fall eines Rückbaus gebildet, falls die Betreibergesellschaft pleite gehen sollte: „Die Sicherheit ist bei der Gemeinde hinterlegt.“ Die Statik der Anlagen wurde für eine Standzeit von 25 Jahren geprüft. Da der Baugrund tragfähig ist, müssen die Windräder nicht tief gegründet werden. „Es reicht jeweils ein zwei Meter tiefes, aber 600 Kubikmeter dickes Stahlbeton-Fundament“, sagt Bauleiter Hendrik Kaatz. In Quarnbek wird er sein 50. Windrad errichten.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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