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Von März bis Juli: Bitte auf den Wegen bleiben

Von März bis Juli: Bitte auf den Wegen bleiben

Der tierische Nachwuchs steht in den Startlöchern, damit verbunden ist der Appell vom Landesjagdverband, die Wege nicht zu verlassen, um die Elterntiere in der Aufzucht ihrer Jungen nicht zu stören.

Ein kleiner Hase versteckt sich im Gras. Der Nachwuchs der Wildtiere braucht Rückzugsräume in der Natur.

Quelle: eix

Flintbek. Die ersten jungen Wildschweine erkunden bereits den Wald, während der Nachwuchs von Reh, Hase und Stockente noch auf sich warten lässt. Die Brut- und Setzzeit sei in Schleswig-Holstein bereits in vollem Gange, meint Wolfgang Heins. Der Ende Januar neu gewählte Präsident des Landesjagdverbandes hatte bislang wenig Zeit zum Durchatmen. Neben viel Stress gab es für ihn aber auch schon Grund zur Freude – das umstrittene Betretungsrecht für Felder und Äcker im Land ist vom Tisch. Das sorgt für mehr Ruhe in der Kinderstube des Wildes.

 „Häufig liegt die Kinderstube vieler Wildtiere unentdeckt an viel genutzten Wanderrouten und in unmittelbarer Nähe zu Siedlungen“, weiß Heins. Erst freilaufende Hunde, die durch das Dickicht stöbern, oder Erholungsuchende, die fernab von den Wegen unterwegs sind, verursachen großen Stress beim Nachwuchs und bei den Elterntieren. „Deshalb hoffen wir auf Verständnis, dass in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli gilt: Bitte auf den Wegen bleiben.“

 Beispiele hat Heins ebenfalls: „Ein scheinbar verlassenes Rehkitz in der Wiese ist meist kein Grund zur Besorgnis. Denn allein bedeutet nicht verwaist. Ducken und Tarnen schützt Tiere wie Rehe und Hasen vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Das Muttertier kommt nur zum Füttern vorbei, Hasen säugen ihre Jungen meist nur zwei Mal täglich.“ Das Problem, wenn Menschen allerdings die Jungen anfassen: „Haftet menschlicher Geruch am Nachwuchs, verstoßen Reh oder Feldhase ihr Junges und dann droht der Hungertod“, so Heins. Daher bittet Wolfgang Heins: „Abstand halten und nicht anfassen!“

 Das umstrittene Betretungsrecht für Felder und Äcker als Teil des neues Landesnaturschutzgesetzes ist seit Anfang März vom Tisch. „Darüber sind wir sehr erfreut“, erklärt Wolfgang Heins. Eine Petition aus der Jägerschaft an Ministerpräsident Torsten Albig dürfte dabei geholfen haben. Die Jäger Olaf Malmström, Detlef Möller und Michael Fritzsche aus der Kreisjägerschaft Rendsburg-Ost hatten, wie berichtet, rund 16200 Unterschriften gesammelt und sie vor dem Landeshaus übergeben.

 Die Waidmänner hatten die Bedeutung von Buntbrachen und Stilllegungsflächen als wertvolle Lebensräume auf Zeit betont. Auf denen würden sich zum Beispiel Feldlerchen aber nur wohlfühlen, wenn Spaziergänger dort nicht unterwegs sind. Heins betont dazu: „Es ist sehr wichtig, dass wir für die Wildtiere die letzten Rückzugsmöglichkeiten erhalten.“

Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung