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VR-Banker beraten „oben ohne“

Osterrönfeld VR-Banker beraten „oben ohne“

Neue Freiheit für Banker: Bei den VR Banken in Nortorf und Osterrönfeld lassen die dort beschäftigten Herren ihre Krawatten im Schrank. Momentan läuft im Geldinstitut eine Probezeit für offene Krägen. Die Kunden dürfen abstimmen, ob es ihnen gefällt.

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Von der Krawatte entbunden: Carsten Ratzke (von links), Jens Böker und Georg Schäfer von der VR Bank laden Kunden zur Mit-oder-ohne-Schlips-Wahl ein.

Quelle: Beate König

Nortorf. „Wir sind in Schleswig-Holstein die erste Bank, die ihren Mitarbeitern freistellt, Krawatten zu tragen“, sagt Georg Schäfer. Das Vorstandsmitglied der VR Bank im Kreis Rendsburg hatte landesweit als erster die Idee und den Mut, die Krawatte zu einem Stück Zeitgeschichte werden zu lassen. Ein Vorbild gibt es. „In Hamburg, bei der HaSpa“, erläutert Schäfer.

 Verbannt ist der Halsschmuck der Herren jedoch noch nicht komplett: Die Kunden haben ein Mitspracherecht, was das Aussehen der Geldberater angeht. Per Knopfdruck konnten sie an einem Gerät anonym ihre Stimme abgeben, ob für sie der neue, lässigere Look zum seriösen Unternehmen passt.

 Zwei Tage zählte das Gerät bereits in der Osterrönfelder Filiale Meinungen, zwei Tage konnten auch schon die Nortorfer über die Kleiderordnung abstimmen. Die Ergebnisse bestätigten Schäfers neues Konzept: 95 Prozent aller Kunden gefiel der Berater ohne Binder besser. „Eigentlich wollten wir acht Wochen lang testen, aber wenn der Trend so eindeutig bleibt, verkürzen wir die Probephase.“

 Der Schlips bleibt weiterhin das angesagte Accessoire, wenn die Bankmitarbeiter bei offiziellen Anlässen die Genossenschaftsbank repräsentieren. „Dafür habe ich immer einen Schlips im Auto“, sagt Schäfer. Kent- und Windsorknoten gehören deshalb für Azubis weiterhin zur kleinen Knigge-Kleiderkunde, betont Jens Böker, Regionalleiter der Nortorfer Filiale. Das Tragen einer Krawatte werde außerdem jedem zugestanden, der sich sonst wie „oben ohne“ fühle. Gebrauch gemacht habe von der Regel jedoch noch niemand. Alle genießen nach der jahrzehntelang forcierten Uniformität das Gefühl neuer Aufgeknöpftheit. Bei Kundengesprächen begegne man sich ohne Schlips auf Augenhöhe, findet Marketingchef Carsten Ratzke.

 Überflüssige Krawatten für einen guten Zweck versteigern, das will Schäfer dann doch nicht. Er kann sich aber vorstellen, die eingesparten Kosten für Krawatten-Nachbestellungen zu spenden: „Als eine Art Krawatten-Cent.“

 Die neue Freiheit betrifft auch die Damen. Insgesamt zählen 110 Frauen zur 180-köpfigen VR-Mannschaft. Auch sie dürfen das Halstuch mit Bank-Emblem ablegen. Bei repräsentativen Veranstaltungen haben sie es aber weiter am Hals – genauso wie die Männer ihre Krawatten.

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