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Drei Gasthöfe böten Platz für Flüchtlinge

Amt Achterwehr Drei Gasthöfe böten Platz für Flüchtlinge

Die Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge verändert vermutlich die gastronomische Landschaft im Amt Achterwehr. Amtsdirektor Hans-Werner Grewin hat drei Angebote zum Kauf oder zur Nutzung erhalten: Neben dem Felder Seegarten sind es der Gasthof Krey in Bredenbek sowie der Falkenhof in Westensee.

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Der Gasthof Krey in Bredenbek steht zum Verkauf. Auf dem Grundstück könnten Flüchtlingsunterkünfte nach dem Kieler Modell entstehen.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr. Die Zahlen, die das Amt am Donnerstagabend im Finanz- und Hauptausschuss präsentierte, sind eindeutig: Es muss in diesem Jahr 215 Flüchtlinge aufnehmen, untergebracht sind erst 64. Neben den noch ausstehenden 151 Menschen muss sich das Amt auch auf die neue Quote für 2016 vorbereiten: „Insgesamt haben wir dann 327 unterzubringen, dem stehen 39 freie Plätze gegenüber“, betonte Grewin. Nur mit Wohnungen und Einfamilienhäusern ist es da nicht mehr getan, um die Pflichtaufgabe zu erfüllen, zumal das Amt gerade eine überraschende Absage erhalten hat: Das Herrenhaus in Klein Nordsee soll einen anderen Mieter erhalten: die Kieler Kinder- und Jugendhilfe. In dem denkmalgeschützten Gebäude hätten bis zu 140 Menschen Platz finden können. Der Art und Weise wie das Amt ausgebootet wurde, bezeichnete der Amtsdirektor als „Sauerei hoch drei“.

 Den Felder Seegarten konnte das Amt inzwischen mit einem Architekten in Augenschein nehmen. Dort könnten 30 bis 40 Flüchtlinge untergebracht werden. Für den Standort spricht auch die gute Lage mit kurzen Wegen zum Kaufmann und zur Volkshochschule. Er wären allerdings einige Umbauten erforderlich. Kosten und Konditionen will die Verwaltung in drei bis vier Wochen präsentieren. Anwohner des Seegartens, darunter der ehemalige Amtsvorsteher Klaus-Hinnerk Baasch, brachten in der Sitzung bereits ihr Unverständnis zum Ausdruck.

 Im Angebot ist auch der Gasthof Krey in Bredenbek. Der Eigentümer will die Immobilie nach Angaben des Amtsdirektors verkaufen. Neben der Gastronomie gehören dazu auch die beiden Scheunen. Auf dem Gelände könnten in Abstimmung mit der Gemeinde zwei solide Wohnhäuser nach dem Kieler Modell gebaut werden. Sollte das Amt diese Immobilie erwerben, könnte sie auch wieder verkauft werden, sofern die Flüchtlingswelle wieder abflaut.

 Als „Top-Situation“ bezeichnete Grewin den Falkenhof im Westenseer Ortsteil Brux. Die voll ausgestatteten Fremdenzimmer könnten von heute auf morgen genutzt werden. Der Fremdenverkehrsbereich war erst vor drei Jahren komplett saniert worden. Im Falkenhof ließen sich 50 bis 80 Menschen unterbringen. Die Eigentümerfamilie wolle sich zurückziehen, so Grewin. Eine Pachtzeit von fünf Jahren steht im Raum. Als Nachteil nannte Grewin die dezentrale Lage – „Da ist nichts“ – sowie den Umstand, dass das Amt Personal vor Ort haben müsse.

 Gegen Pläne des Amtes, neben den jetzigen Unterkünften in Jägerlust ein weiteres Gebäude zu errichten, stemmt sich die Gemeinde Felde. Sie hat ihr Einvernehmen für das Vorhaben auf dem 3800 Quadratmeter großen Grundstück verweigert. Der Neubau könnte Platz für 48 bis 96 Menschen schaffen. Für den Fall, dass große Standorte am Widerstand scheitern könnten, drohte der Amtsdirektor, Sporthallen und Feuerwehrhäuser zu belegen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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