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Flüchtlingsstrom: Alle wollen helfen

Info-Abend in Rendsburg Flüchtlingsstrom: Alle wollen helfen

Eine Informationsveranstaltung der Stadt Rendsburg zur neuen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge im Norden der Stadt hat am Montagabend etwa 450 Interessierte in das städtische Kulturzentrum gezogen.

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Info-Abend zum Thema Flüchtlinge: Der große Bürgersaal im Kulturzentrum Rendsburg war voller Besucher.

Quelle: Malte Kühl

Rendsburg. Es zeigte sich: Eine Welle von Hilfsbereitschaft begleitet den Aufbau des Flüchtlingslagers im Norden der Stadt Rendsburg. Kritik an der Einrichtung oder gar den Flüchtlingen gab es nicht. „Wir sind überwältigt von der Hilfe, wie wir sie in den vergangenen Tagen erfahren haben“, sagte Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD) unter dem Applaus der Besucher. Inzwischen habe er bereits die ersten fröhlichen Kinderstimmen auf dem Gelände vernommen, so Gilgenast.

 Eine Mitarbeiterin des Sanitätsdienstes berichtete jedoch von massiven Problemen bei der ärztlichen Versorgung der Menschen aus Syrien, Ägypten, Afghanistan oder dem Irak. Bevor morgen das Universitätsklinikum eine mobile Sanitätsstation mit 60 Ärzten im Schichtdienst errichten will, werden noch dringend Mediziner gesucht. Mehrere Frauen aus den Reihen der aktuell 236 Flüchtlinge im Camp seien hochschwanger. Viele bräuchten unbedingt ärztliche Versorgung. „Ab 18.30 Uhr ging es heute einfach nicht mehr und wir mussten die Leute wegschicken“, sagte Regina Meyn von der Organisation „Praxis ohne Grenzen“, die sich im Lager engagiert.

 Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler versicherte, dass sich das Ministerium umgehend um das Problem kümmern wolle. „Leider ist der ärztliche Bereitschaftsdienst, auf den wir bisher zurückgreifen konnten, landesweit erschöpft.“ Eine Rendsburger Hebamme erklärte sich spontan dazu bereit, schon heute nach den Frauen und den Neugeborenen zu sehen.

 Noch während die Rendsburger ihre neuen Mitbewohner Willkommen heißen, laufen im Innenministerium die Planungen zum Ausbau des Camps auf Hochtouren. Schon ab Mitte dieser Woche soll das Lager in Richtung Norden mit weiteren Containern für etwa 800 Plätze ausgebaut werden. Kai Schlimbach vom Innenministerium skizzierte die geplante Erweiterung. So sollen feste Wege, ein Kindergarten, Lager, Sportflächen, ein Sandspielplatz und Schulungsräume entstehen. Ein Zaun sei zum Schutz der Bewohner geplant. Der Zugang zum Containerdorf sei für sie jederzeit möglich. Auch interessierte Rendsburger sollten nicht ausgesperrt werden.

 Mehrere Redner hatten konkrete Fragen zur besseren Busanbindung des Containerdorfs oder zur Versorgung mit Internetverbindungen mit denen die Flüchtlinge Kontakt zu ihren Familien in der Heimat halten können. Um all dies werde man sich schon in den kommenden Tagen kümmern, versicherten Manuela Söller-Winkler und Pierre Gilgenast.

 Auf eines bereitete die Staatssekretärin die engagierten Rendsburger jedoch vor: Im Schnitt seien die Menschen nur etwa 14 Tage in der Einrichtung. Dies mache emotionale Bindungen zwischen Flüchtlingen und Helfern schwierig, unterstrich Söller-Winkler. „Sie brauchen da auch ein Stück weit Frustrationstoleranz“, sagte sie zu den Engagierten.

 Neben der Hotline der Stadtverwaltung (Tel. 04331/206647), bei der Informationen zu Sachspenden entgegengenommen werden, werde in den kommenden Tagen ein Möbellager auf einem nahegelegenen, ehemaligen Kasernengelände geöffnet.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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