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Nortorfs Polizeichef geht

Ingo Hagen Nortorfs Polizeichef geht

Nach 27 Jahren geht Nortorfs Polizeichef Ingo Hagen Ende des Monats in den Ruhestand. Ganz genau sind es dann 9993 Tage als Dienststellenleiter, in denen es viel Verwaltungsarbeit gab, er aber auch zweimal die Waffe ziehen musste und einmal einen Mörder festgenommen hat.

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Polizeichef Ingo Hagen aus Nortorf geht nach 27 Jahren als Stationsleiter Nortorf in den Ruhestand.

Quelle: Sven Janssen

Nortorf. Seit dem 22. Mai 1989 ist Hagen Dienststellenleiter in Nortorf. Dabei hatte er sich nach seiner Zeit beim Bundesgrenzschutz 1973 bis 1975 geschworen nie wieder eine Uniform anzuziehen. „Der Umgang miteinander war dort menschenverachtend“, erinnert er sich. Er studierte Volkswirtschaft. „Nach meinem Diplom war ich sechs Monate arbeitslos, dann holte mich mein Bruder zur Polizei.“ Parallel zum Dienst folgte das zweite Studium als Diplomverwaltungswirt, Abordnungen nach Kiel und Gettorf und vor allem der Dienst in der Einsatzleitstelle Rendsburg bis Mai 1989.

„Was dann kam, ist heute nicht mehr möglich“, sagt er. Am Freitagnachmittag sei ihm die Stelle in Nortorf angeboten worden, am Sonnabend habe er noch Früh- und Nachtdienst in Rendsburg gemacht, und am Montag sei er Dienststellenleiter in Nortorf gewesen.

„Der Job war viel Verwaltungsarbeit.“ Erst mit „Gabriele“, der Standartbüroschreibmaschine, dann hat 1991 die Gemeinde eine Kugelkopfmaschine spendiert, die 2004 vom PC ersetzt wurde. Der Dienst auf der Straße gehörte für Hagen, der 1992 mit seiner Frau und den beiden Söhnen nach Nortorf ins neu gebaute Haus gezogen war, immer dazu.

An eine Verfolgungsjagd mit einem Trecker erinnert er sich gut. Fast zwei Stunden sind sie dem Fahrzeug hinterhergefahren, konnten es auch mit dem Nagelgurt nicht stoppen. Erst als sich die Jugendlichen festfuhren, war die Jagd zu Ende. „Das Schießen auf die Reifen hatte ich verboten.“ In Nortorf könne man die Dinge anders regeln. „Die Leute hier sind nicht aggressiv“.

Ein Reh musste Hagen mal nach einem Verkehrsunfall erschießen, ansonsten hätte er die Waffe nur einmal gezogen, als er einen Gewalttäter aus der Kieler Türsteherszene festnehmen musste. „Auch einen Mörder habe ich verhaftet, das war aber mehr Zufall, weil er uns über den Weg gelaufen ist.“

Ingo Hagen, der mittlerweile Opa ist und vier Enkel hat, sieht die Dinge gelassen. Seit er in Nortorf wohnt, und dort lebt er gerne, wie er betont, trainierte bis 2000 Fußballteams beim TuS, spielte bis 2009 selbst aktiv, ist seit 1994 Mitglied im Lions-Club und war zweimal dessen Präsident.

„Ingo Hagen ist einer, der auf dem Boden geblieben ist, der nicht nur die polizeiliche, sondern auch die menschliche Sicht hat“, sagen seine Kollegen. Man könne ihm immer vertrauen, es sei selten, dass man so einen guten Chef hat.

Und der Neue? „Auf den müssen die Kollegen warten, Blitzentscheidungen wie vor 27 gibt es nicht mehr. Ich rechne damit, dass mein Nachfolger erst 2017 hier anfängt“, sagt der Noch-Chef.

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