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Nahe an der Krise

Büdelsdorf und Nübbel streiten Nahe an der Krise

Streit in der interkommunalen Familie im Raum Rendsburg. Die Gemeinde Nübbel hat einen Zuschuss für die Sanierung des Naturbads in Büdelsdorf blockiert. Deren Bürgermeister Jürgen Hein sieht den Zusammenschluss der 13 Kommunen „nicht weit weg von einer Krise“.

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Büdelsdorf hält sein Naturbad für einmalig.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Rendsburg. Es kriselt also in der sogenannten Entwicklungsagentur, der Nachfolgerin der vor 14 Jahren von den Gemeinden und Städten im Großraum Rendsburg gegründeten Gebietsentwicklungsplanung, die die Entwicklung von Gewerbe- und Wohngebieten in der Region lenken soll. „Denken ohne Grenzen“ ist das selbst gesteckte Ziel.

Der Zusammenschluss hat einen Strukturfonds, den die Kommunen je nach Finanzkraft bestücken. 704000 Euro sind dieses Jahr im Topf, sagt Frank Thomsen, Vorstandsvorsitzender. Das Geld ist für Leitprojekte vorgesehen, wie eine Fahrradstation am Rendsburger Bahnhof oder Hinweisschilder für Touristen. Büdelsdorf wollte jetzt 87000 Euro für die Sanierung und Modernisierung seines Naturbads. Bevor das Geld fließt, müssen aber die Gemeinde- und Stadtvertretungen aller Mitglieder zustimmen. Nübbel jedoch verweigerte sich.

Nach dem Grund gefragt, wollte Nübbels Bürgermeister Rudolf Ehlers keine Stellung nehmen und verwies auf das Protokoll der Sitzung, bei der Hein vergeblich geworben hatte. Der Zuschuss könne nicht einfach „durchgewunken werden“, kritisierte Gemeindevertreter Günter Wischnewski. Kollegin Ramona Thiel sah Probleme, wenn der Fonds nur ein einziges Freibad unterstütze. Hein versuchte, die Sache mit Hinweis auf die Einzigartigkeit des Naturbads zu retten und erinnerte daran, dass auch Nübbel für den Neubau ihrer Eiderbrücke noch Geld haben wolle. Das brachte die Nübbeler in Rage.

Ein Schlichter soll den Streit befrieden

„Die Mehrheit der Gemeindevertreter war voreingenommen“, er habe keine Chance gehabt, ließ sich Jürgen Hein im Anschluss vom Büdelsdorfer Amtsblatt zitieren. Er denke an einen Austritt aus der Agentur. So weit wolle er nicht gehen, sagte er inzwischen. Den Streit mit Nübbel solle ein neutraler Schlichter befrieden. „Wir lassen nicht locker.“ Der Riss könnte tiefer gehen. Er sehe, dass „es bröckelt“ in der interkommunalen Familie, meinte Hein am Freitag. Die Entwicklungsagentur müsse sich „erneuern und hinterfragen“, fand er. Nötig seien „mehr Solidarität, mehr Gemeinsamkeit, weniger Egoismus.“

"Man merkt sich die Rückennummer"

Es geht auch um Geld. Hein sieht seine Stadt als Nettozahler, sie gebe mehr Geld in den Strukturfonds als sie für sich zurückbekomme. So hat Büdelsdorf von 2006 bis 2015 nach Informationen dieser Zeitung rund 900000 Euro eingezahlt, 660000 Euro flossen zurück, unter anderem in die Sanierung der Birkenklause. Fockbek zahlte danach 530000 Euro, während nur 3000 Euro zurückkamen. Halbwegs ausgeglichen ist Rendsburgs Bilanz, das zwei Millionen Euro gab, während 2,3 Millionen zurückflossen – unter anderem in die Sanierung von Christkirche und Landestheater.

Dazu komme Taktik, sagte ein Kommunalpolitiker. Bei der Agentur gebe es auch Zustimmung zu Vorhaben, um selbst demnächst zum Zuge zu kommen. „Es ist wie beim Fußball, man merkt sich die Rückennummer.“

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