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Pony Pius lehnt sich ins Geschirr

Internationaler Museumstag Pony Pius lehnt sich ins Geschirr

Viele Besucher kamen am Internationalen Museumstag ins Museum Gnutz und in Dat ole Hus in Aukrug. Hier gab es am Sonntag auch viel zu entdecken: Ein Mittelalterlager, historische Handwerksmethoden, alte Falken-Fallen oder leckere Waffeln aus der urigen Pfanne überm Holzfeuer.

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Der Göpel auf dem Hof von Karl von Puttkamers Museum in Gnutz wurde von dem Pony Pius, das Karl-Friedrich Holleuffer angespannt hat, angetrieben. Mit solchen Gerätschaften wurde bis in die 1920er-Jahre auf Bauernhöfen in der Region gearbeitet.

Quelle: Sven Detlefsen

Gnutz / Aukrug. Auf dem kleinen Bauernhof mitten in Gnutz ist Aktion angesagt. Zum Internationalen Museumstag am Sonntag läuft Pony Pius am Göpel im Kreis, diverse Spinnräder drehen sich, in Wikinger-Technik wird Holz gedrechselt und im Garten campiert eine Mittelaltertruppe. Nur einige Kilometer weiter im Aukruger Olen Hus sind die Tische besetzt. Der Duft von frischen Waffeln vom Holzofen-Herd zieht durch den Garten.

 Mit rund 500 Besuchern rechnet Uschi Kirchheimer. Der Museumstag ist seit 15 Jahren der einzige reguläre Öffnungstag in Gnutz, sonst nur auf Vereinbarung. Der mit historischen Stücken voll gestellte Hof gehört ihrem Mann, Karl von Puttkamer. Der ist Direktor, Kurator, Führer und Sammler – alles in einer Person. Außerdem leben der ehemalige Lehrer und seine Frau auf dem Hof: „Die Wohnung gehört aber nicht zum Museum und ist auch nicht museal“, versichert Kirchheimer.

Das sind die Bilder vom Internationalen Museumstag im Museum Gnutz und in Dat ole Hus in Aukrug.

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 Von Puttkamer ist am Museumssonntag überall gleichzeitig. Die Freude darüber, dass viele Besucher gezielt nach Ausstellungsstücken fragen, ist ihm deutlich anzusehen. Zwei Jäger aus dem Nachbardorf haben gehört, dass er eine alte Habicht-Falle besitzt. Eine weiße Taube in einem Käfig, darauf eine Falle mit Schnappmechanismus: „Hab’ ich dich, haben die Raubvögel angesichts der Taube gerufen, daher haben sie auch ihren Namen“, von Puttkamer schmückt seine Erklärungen gern aus – die Besucher amüsieren sich prächtig.

 Der Museumschef zeigt und führt vor, was die Sammlung zu bieten hat. Auf dem Hof ist ein Göpel verankert. Das Getriebe aus zwei Zahnrädern wird von Welshpony Pius angetrieben. Das ist nervös, als Kutschpferd ist es ihm wohl etwas zu bunt und laut. Als Akkordeon-Spieler Hans-Peter Ott eine Pause macht, lehnt sich Pius am Zügel von Karl-Friedrich Holleuffer ins Geschirr. Die Besucher beobachten, wie sich am Göpel eine Welle dreht. Bis in die 1920er-Jahre wurden damit Dreschmaschinen und anderes Gerät angetrieben: „Muskelkraft wird zu Drehmoment.“

 Gegen 14 Uhr nimmt der Betrieb im Garten des kleinen Heimatmuseums Dat ole Hus in Aukrug Fahrt auf. Ralf Schlüter lässt die urige Waffelpfanne über dem Holzfeuer nicht mehr kalt werden. Pächter und Betreiber Alban Dieckmann serviert die warmen Waffeln mit Fruchtsauce und Sahne an den Tischen im Garten. Das ole Hus hat gerade grundlegende Veränderungen erfahren. Die Gemeinde hat die 1804 errichtete Fachwerkkate gekauft und einem Förderverein überlassen. Der Betrieb soll im Sinne von Ehepaar Hauschildt, die das Museum seit 1961 betrieben, fortgeführt werden. Dieckmann ist dafür ein Garant, er arbeitet bereits seit vielen Jahren im olen Hus: „Das muss man einfach erhalten“, sagt er und jongliert mit Waffeln, Sahne und Sauce weiter zum nächsten Tisch.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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