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Bürgermeister nervt der Zeitdruck

Pläne für Windräder Bürgermeister nervt der Zeitdruck

Investoren haben Pläne für den Bau von acht Windrädern auf den vom Land ausgewiesenen Eignungsflächen östlich von Gnutz vorgelegt. Bis zum 6. April soll die Gemeinde zur Umweltverträglichkeit Stellung nehmen. Bürgermeister Markus Mehrens ist sauer: „Warum wurde die Gemeinde nicht früher informiert?“

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Östlich von Gnutz, an der Gemeindegrenze zu Timmaspe, neben einem bereits vorhandeneme Windpark, hat das Land Eignungsflächen für Windenergie ausgwiesen, berichtet Bürgermeister Markus Mehrens.

Quelle: bk

Gnutz. Nur drei Wochen Reaktionszeit für sein Dorf. Der Termindruck ärgert den Gemeindechef: „Den Leuten bloß keine Zeit geben, drüber nachzudenken.“ 35 Seiten Text und Diagramme in der Studie, die Mehrens am Montag in der Post fand, machen klar: Ein Schnellschuss ist die Planung nicht. Die E3 Projektentwicklung aus Hamburg und die WPD Windpark N2. 278 GmbH aus Bremen stellen darin Pläne für vier Windeignungsflächen in Gnutz, Wasbek, Wasbek-Ehndorf und in Arpsdorf-Padenstedt vor.

 Auf Gnutzer Gemeindegebiet favorisieren die Unternehmen ein Gelände an der Kreisstraße neben dem bereits vorhandenen Windpark an der Grenze zu Timmaspe. Acht Mühlen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern, einer Nabenhöhe von jeweils 143 Metern und Rotoren mit einem Durchmesser von 114 Meter könnten gebaut werden.

 „Ich bin nicht gegen Windkraft“, betonte Mehrens auf der Gemeindevertretersitzung. „Mich macht das Vorgehen wütend. Die Pläne waren den Landbesitzern und den Unternehmen lange bekannt.“ 2011 war Windpark-Planung das erste Mal Thema im Dorf. Damals hatten sich in einer Bürgerbefragung 60 Prozent der Gnutzer gegen den Bau von Windrädern ausgesprochen. „Diese Einspruchsmöglichkeit haben wir jetzt nicht“, sagt Mehrens.

 Zu klären ist aus Mehrens’ Sicht, ob die Baudistanz von 800 Metern zwischen den Windmühlen und Wohnbebauung auch für das Gewerbegebiet gelte. Faktoren, die gegen einen Windpark an dieser Stelle sprechen: Windräder müssen einen Mindest-Abstand von vier Kilometern zu Storchennestern wahren, um das Jagdrevier der Vögel nicht zu beeinträchtigen. Das Storchennest im Zentrum von Gnutz ist bewohnt. „Wir haben jedes Jahr zwei bis vier Jungstörche.“

 Dazu gibt es in direkter Umgebung der vorgesehenen Planungsfläche ein von der Gemeinde angelegtes Biotop. Die Landesplanung gibt in den Kriterien für den Bau von neuen Windenergieanlagen vor, diese Flächen zu schützen. Bei einer Planung einkalkuliert werden muss nach Vorgaben des Landes auch ein Mindestabstand zur bestehenden Biogas-Anlage am Ortsausgang.

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