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Frühjahrsputz am Jakobsweg

Pilgern Frühjahrsputz am Jakobsweg

Frühjahrsputz am Jakobsweg: Ute und Fred Hasselbach sind jetzt mit Scheuerschwamm, Farbe, Pinsel und Akkuschrauber unterwegs. Das Ehepaar aus Borgstedt bei Rendsburg betreut den Pilgerpfad im Norden.

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Frühjahrsputz am Jakobsweg: Fred und Ute Hasselbach schrubben den Pfeiler aus Eiche im Stadtpark. Nur vier solcher Stelen stehen in Norddeutschland.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Die Muschel hat es Fred Hasselbach angetan. Zwölf Jahre alt war er, als er bei einem Pfadfinderlager zu Pfingsten erstmals vom Jakobsweg hörte. Ein Dominikanermönch erzählte. „Irgendwie hat er einen Funken entzündet, den ich seither in mir trage.“ Die Muschel ist das Symbol des Jakobsweges zum Jakobus-Grab im spanischen Santiago de Compostela.

Zwischen der deutsch-dänischen Grenze bei Niehuus und Itzehoe pflegen Ute und Fred Hasselbach den Jakobsweg. Seit Wochen sind sie auf der 175 Kilometer langen Strecke mit Schwamm, Farbe, Akkuschrauber und neuen Aufklebern für Laternenmasten und Schilderpfähle unterwegs. „Wir mussten besonders durch die Wälder gehen und beschädigte Pfähle wieder aufrichten“, sagt Ute Hasselbach. Stürme haben dem Jakobsweg zugesetzt. Die Mission Frühjahrsputz ist fast beendet. Bis Monatsende gibt sich das Ehepaar noch Zeit.

Jetzt fehlen nur noch drei große Stelen. Eine davon steht im Rendsburger Stadtpark. „Die Farbe verblasst. Da setzt sich Grünspan ab“, sagt Hasselbach. Also kippt das Ehepaar Wasser aus der Plastikflasche auf Scheuerschwämme und schrubbt den Mast aus Eichenholz. „Jedes Mal freuen wir uns, wenn wir hier sind“, sagt Ute Hasselbach. „Der Jakobsweg ist uns nie langweilig. Wenn schönes Wetter ist und wir Zeit haben, dann geht es los.“

Das Ehepaar kennt den Jakobsweg zu allen Jahreszeiten. Ihr Ziel: Immer um die Osterzeit müssen auf dem Pilgerpfad zwischen Dänemark und Itzehoe fehlende Aufkleber angebracht, verblasste Wegweiser ersetzt oder umgefallene Pfähle mit Muschelsymbol wieder aufgerichtet sein. Pünktlich zum Beginn der Pilgersaison. „Mit den Osterferien sind die ersten unterwegs. Nichts ist schlimmer als Anrufe von Pilgern, die sich verlaufen haben“, findet Fred Hasselbach. „Das haben wir so gut wie gar nicht.“ Seit Anfang März ist das Ehepaar unterwegs. Ute Hasselbach: „Das ist für uns der Beginn eines neuen Pilgerjahres.“

Vor zehn Jahren hat Fred Hasselbach mit Gleichgesinnten einen Freundeskreis der Jakobswege in Norddeutschland gegründet. Diesem lockeren Zusammenschluss gehören heute mehrere hundert Gastgeber, Wegewarte und Pilger in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg und Bremen an. Hasselbach ist ihr Sprecher. An diesem Wochenende hat der Freundeskreis das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Lübecker Jakobikirche gefeiert. Und der Freundeskreis hat dort ein neues Pilgerzentrum eingeweiht. Denn in Lübeck treffen mehrere norddeutsche Jakobswege zusammen.

Der Freundeskreis betreibt eine eigene Internetseite. Fred Hasselbach ist für sie verantwortlich und betreut sie: „Ich bin der Webmaster für alle norddeutschen Jakobswege.“ Sie umfassen ein Streckennetz von 2100 Kilometern, sagt der pensionierte Marineoffizier. Per E-Mail und am Telefon gibt er Tipps für Routen und Herbergen. „Alle Anfragen laufen bei mir zusammen.“ So verschickt Hasselbach auf Anfrage ein Verzeichnis mit rund 250 Gastgebern - Pastoren, Kirchengemeinden und Privatleute. Täglich rund 130 Mal rufen Interessierte die Internetseite derzeit auf, sagt er. Zusammen mit den Übernachtungszahlen und den ausgestellten Pilgerausweisen ergibt das eine Hochrechnung von rund 10000 Pilgern die mittlerweile auf norddeutschen Jakobswegen unterwegs sind, schätzt der 71 Jahre alten Pensionär aus Borgstedt. „Tendenz steigend.“

In vier Etappen ist Fred Hasselbach nach seiner Pensionierung seit 1997 den Jakobsweg von der dänischen Grenze bis nach Santiago de Compostela selbst gegangen. Zu Fuß, darauf legt er wert. Nur wenn Herbergen abseits der Strecke lagen, fuhr er mit Bus und Bahn dorthin.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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