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115 Jahre alte Lügengeschichte

Nortorf 115 Jahre alte Lügengeschichte

Wenn der Ochs ein Kalb gebären kann und der gierige Ganter dem Pferd in den Po kriecht, in der Hoffnung dort ein paar Körner zu finden, dann kann das nur eine Lügengeschichte sein – allerdings eine, die wahrhaftig um 1900 von einem Wirt erzählt wurde. Diese hat nun der Nortorfer Jens Jacobsen aufgeschrieben. Der Titel lautet „Dat swarte Perd“.

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Autor Jens Jacobsen hat die Geschichte "Dat swarte Perd"  von 1918 neu aufgeschrieben und illustrieren lassen.

Quelle: Nora Saric

Nortorf. „Es handelt sich um eine Art Münchhausen-Geschichte“, beschreibt Jacobsen lächelnd die irrwitzige Erzählung, die mit Bauer Ketel und dem Knecht Nis beginnt. „Und sie spielt in Nordfriesland.“ Bauer und Knecht dreschen Korn, von dem das schwarze Pferd auf dem Hof zu viel frisst. Und damit beginnt die haarsträubende Geschichte, die wieder mit Ketel, Nis und dem schwarzen Pferd endet.

 Der 83-jährige Jacobsen lebte einst als Lehrer und Organist in Burg in Dithmarschen und ist dort auf die Lügengeschichten gestoßen, denn er traf Marius Thamsen, verheiratet mit Nomine Jacobsen. „Sie ist die Tochter vom Bruder meines Großvaters.“ Marius war aber außerdem der jüngste Sohn von Laurits Thamsen, dem Gastwirt der in seiner Schenke in Nordfriesland vor rund 115 Jahren die Lügengeschichten erzählt hat. Von Marius Thamsen erhielt Jacobsen die erste Veröffentlichung aus dem Jahr 1918 des Autors Alexander Eckener. Der habe sich damals die Geschichten von Laurits erzählen lassen, so Jacobsen, ebenso wie der Künstler Emil Nolde, der dem Wirt seine Schulden mit Bildern bezahlte.

 „Es sind eigentlich fünf Geschichten, die ineinander verwoben sind“, so der Autor, der die Zeilen angelehnt an die japanische Haiku-Versform in Reime übertrug, um den Inhalt zu verdichten. „Es sind 153 Verse geworden, auf platt und hochdeutsch.“ Von 30 geplanten Aquarell-Illustrationen von Zeichnerin Ulrike Brockhoff müssen noch 24 fertig werden. „Aber der Isensee Verlag hat schon zugesagt“, sagt Jacobsen erfreut. Wer also die Geschichte vom Ganter im Pferd und von Ketel und Nis lesen will, darf sich schon freuen. Das Buch ist vermutlich in einem Vierteljahr fertig.

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