21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Gemeinde hat in die Zukunft investiert

Wattenbek Gemeinde hat in die Zukunft investiert

Jörn Arp ist der neue Präsident der Handwerkskammer Flensburg. Der Fachkräfte- und Nachwuchs mangel in seiner Branche brennt dem Wattenbeker besonders auf den Nägeln. Für die Region Bordesholm findet er lobende Worte, das Bauhandwerk sei gut aufgestellt. Aber er vermisst ein Gewerbegebiet, um die Attraktivität zu steigern.

Voriger Artikel
Ehrennadel für fünf Bredenbeker
Nächster Artikel
Kranke Kastanien werden gefällt

Jörn Arp, Geschäftsführer einer Zimmerei in Wattenbek, ist neuer Präsident der Handwerkskammer Flensburg.

Quelle: Frank Scheer

Wattenbek. Seit Dezember ist der Wattenbeker Jörn Arp neuer Präsident der Handwerkskammer Flensburg – da vertritt er ehrenamtlich 10000 Betriebe mit insgesamt mehr als 50 Berufen.

 Ein Problem brennt auf den Nägeln: „Irgendwann müssen Häuslebauer länger auf den Einzug warten, weil Fachkräfte in den Betrieben nicht ersetzt werden können.“ Bei Maurern, Stahlbetonbauern, Dachdeckern und im Bereich Heizung-Sanitär gingen schon jetzt mehr Altgesellen in Rente als nachkommen, und viele Ausbildungsplätze seien unbesetzt. Von den Unternehmern erwartet der 51-jährige Handwerksmeister, der seit 17 Jahren Geschäftsführer der Zimmerei mit 26 Angestellten im Nienröden ist, gerade deshalb ein Umdenken und mehr Aktivitäten, um das Nachwuchsproblem zu lösen.

 „Die Bewerber rennen uns nicht mehr die Tür ein, wir müssen auf die jungen Leute zugehen. Das haben viele Betriebe aber noch nicht verstanden.“ Man dürfe Praktikanten nicht als Klotz am Bein, sondern als Chance sehen. „Wir haben immer acht bis zehn Schüler pro Jahr bei uns. Und aus diesem Kreis kommen später unsere Auszubildenden.“

 Probleme sieht Arp auch bei Firmenübernahmen: Bewerber fehlten, die Chefs kümmerten sich darum auch zu wenig. Die Kammer wolle auch da verstärkt ansetzen, eine Herausforderung sei natürlich auch die Integration von Flüchtlingen.

 Für die Region Bordesholm fordert Arp neue Gewerbeflächen. „Das gehört zur Attraktivität dazu. Und wenn die nicht gegeben ist, kommt es auch nicht zu einem Zuzug.“ Das Bauhandwerk in der Region sei gut aufgestellt, lobte der leidenschaftliche Taubenzüchter. Seit 25 Jahren würde sein Betrieb Häuser vermarkten – mit Handwerkern aus der Region. Dass Bordesholm von der Städtebauförderung profitieren konnte und Millionen ins Zentrum gesteckt habe, sei positiv zu werten. „Das Geld ist nicht weg, sondern eine Investition in die Zukunft“, sagte Arp, der Obermeister seiner Innung ist. Der Mehrwert solcher Projekte werde oft verkannt. „Deshalb ist es eine Katastrophe, dass die Olympiade nicht kommt.“

 Intensiviert werden sollte die Kooperation zwischen der Hans-Brüggemann-Gemeinschaftsschule und den Betrieben. Positiv sei auch, dass sich der Handwerks- und Gewerbeverein mit den Vertretern der Amtsverwaltung einmal pro Jahr trifft.

 Angesichts zwei bis drei offizieller Termine für die Kammer pro Woche will Arp dennoch nicht Familie und eigenen Betrieb vernachlässigen – vielleicht werden die Tauben ihn etwas weniger sehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3