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Die Synagoge im Modell

Jüdisches Museum Die Synagoge im Modell

Erstmals gibt es das Jüdische Museum in Rendsburg jetzt im maßstabsgetreuen Modell. Es geht bis ins Detail des Kellers, der getäfelten Decke des Gebetssaals der ehemaligen Synagoge, der Bogenfenster und des verzierten Dachüberstands. Architektur-Studenten der Fachhochschule Lübeck haben es gebaut.

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Das ist das neue Modell des Jüdischen Museums in Rendsburg: Museumsleiter Dr. Carsten Fleischhauer (Mitte) präsentiert es zusammen mit Annette und Heinz-Peter Schierenbeck vom Freundeskreis.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. „Seit Jahren überlegen wir, wie wir an ein Modell kommen“, sagt Heinz-Peter Schierenbeck, der Vorsitzende des Freundeskreises des Jüdischen Museums in der Prinzessinstraße in Rendsburg. Besonders fiel die Lücke im vergangenen Jahr bei der Ausstellung „Gelebter Glaube“ im Jüdischen Museum auf. Da hatte die Technische Universität Braunschweig rund 30 Modelle von Synagogen ausgestellt. Aber das Jüdische Museum, das im Rendsburger Stadtteil Neuwerk seit den 1980er Jahren in einer ehemaligen Synagoge und der benachbarten Talmud-Tora-Schule untergebracht ist, fehlte.

Die Lücke ist jetzt geschlossen. Sieben Architektur-Studenten der Fachhochschule Lübeck haben das neue Modell im Rahmen einer Semesterarbeit innerhalb von drei Monaten gebaut. Die Wände, Dächer und Fassaden entstanden aus bis zu zehn übereinander der geleimten Pappschichten. Jede einzelne Lage haben die Studenten mit Laser ausgeschnitten. So entstand durch die unterschiedlich geschnittenen Schichten beispielsweise die filigrane Außenfassade mit ihren Verzierungen. Abschließend lackierten die Studenten das fertige Modell. Es ist bis in die Kellerräume zerlegbar, sodass der Betrachter sowohl direkt auf die ehemalige Frauenempore über dem Betsaal als auch in den Keller mit seinem rituellen Tauchbad, der Mikwe, schauen kann.

„Die Entwicklung der Fassade war das Spannendste“, erinnert sich Birgit Hensel, die Dozentin. Die Studenten sind stolz auf ihre Leistung. „Wenn ich draufschaue, bin ich jedes Mal baff“, sagt Lea Vogeley, Architektur-Studentin im achten Semester. Das Modell hat den Maßstab 1:50. Kosten von 3000 Euro sind entstanden. Hätte man es bei einer Firma in Auftrag gegeben, hätte es 10000 Euro gekostet, meint Heinz-Peter Schierenbeck. Die nächsten Wochen soll es unter einer Haube aus Acrylglas im ehemaligen Betsaal ausgestellt sein, sagt Museumsleiter Dr. Carsten Fleischhauer. Danach wolle er es in die Dauerausstellung einordnen.

Über verschlungene Wege ist das Haus an das Modell gekommen. Das Geld hat die Witwe des im vergangenen Jahr verstorbenen Miklós Hoffmann, Ursula Hoffmann, gespendet. Miklós Hoffmann war Mitglied des Freundeskreises, seine Witwe ist es nach wie vor. Gleichzeitig suchte der Freundeskreis nach Bauherren für das Modell und handelte sich zunächst Absagen ein, sagt Schierenbek. Bis die Gruppe auf den Büdelsdorfer Architekten Uwe Schüler stieß. Der ist gleichzeitig Präsident der Architekten- und Ingenieurkammer im Land und hat den Kontakt zur Fachhochschule Lübeck hergestellt.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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