7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Kurse gegen Antisemitismus

Jüdisches Museum Kurse gegen Antisemitismus

In ihren Heimatländern gehört Antisemitismus oft zur Staatspropaganda, hier ist es ein Tabu. Wie sollen sich Flüchtlinge da zurecht finden? Das Jüdische Museum in Rendsburg bietet Orientierung für 200 Afghanen, Syrer, Jemeniten und Iraner. Kurse in Kleingruppen starten jetzt.

Voriger Artikel
Kreis bringt Schulverband in Rage
Nächster Artikel
Jetzt Verhandlungen mit der "Brücke"

Claudia Kuhn (rechts) und Ehsan Abri (Mitte) erklären Flüchtlingen die Bedeutung jüdischer Feste.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Das vom Landesbeauftragten für politische Bildung und dem Flüchtlingsrat finanzierte Projekt scheint einzigartig zu sein. "Wir wissen nicht, ob es etwas Vergleichbares gibt", sagte Silke Philipsen, Sprecherin von Schloss Gottorf, zu dem das Jüdische Museum gehört. Die Initiatoren stellten das Vorhaben am Donnerstag vor. Die Idee hatten Claudia Kuhn, Volontärin am Jüdischen Museum, und der Iraner Ehsan Abri, Leiter eines landesweiten mehrstufigen Integrationsprojekts für Flüchtlinge.

"Es war ein Tabu-Thema"

Die Ausgangslage schilderte Claudia Kuhn: "Antisemitismus ist in muslimischen Ländern nicht so geächtet wie hier." Wenn Flüchtlinge sich mit Judenverfolgung beschäftigen, könne "das zu einem Umdenken im Kopf führen". Ehsan Abri sagt aus der Sicht eines Iraners: Die Kritik an "Antisemitismus war ein Tabu-Thema in unseren Ländern". Mit dem Projekt "möchten wir zeigen, was passiert, wenn Menschenrechte verletzt werden".

Farsi und Arabisch

In zehn Gruppen mit jeweils 20 Teilnehmern sollen die Flüchtlinge bis zum Jahresende an Führungen durch das Jüdische Museum und Diskussionsrunden teilnehmen. Um es ihnen einfacher zu machen, ist die Sprache dabei Farsi und Arabisch. Die Flüchtlinge wohnen zurzeit in Rendsburg, Preetz, Eckernförde und Kiel.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3