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Verdi schlägt Alarm

Kanaltunnel Verdi schlägt Alarm

Neuer Streit um den Rendsburger Kanaltunnel: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fürchtet weitere „gravierende Verzögerungen“ bei der Sanierung der zweiten Röhre. Auslöser sollen Pläne der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) sein, die Bauüberwachung an ein privates Unternehmen zu übertragen.

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Nadelöhr Kanaltunnel: Die Sanierung beider Röhren wird wohl erst 2018 abgeschlossen werden.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg/Kiel. Die Behörde will davon nichts wissen: „Wir befinden uns mitten im Prüfprozess“, so ein WSV-Sprecher. Aus internen Gesprächen will Jochen Penke, Fachbereichsleiter Bund und Länder von Verdi Nord, wissen, dass ein privates Ingenieurbüro mit der Bauüberwachung des Rendsburger Kanaltunnels beauftragt werden soll. „Das ist eine völlig unsinnige Entscheidung“, sagt der Gewerkschafter. Mehr noch: „Hier soll eine Kernaufgabe der öffentlichen Verwaltung ohne Not privatisiert werden.“ Dadurch würden Arbeitsplätze von Handwerkern geopfert, da die WSV die Kosten für die notwendige Aufstockung des Personals scheue. „Dass damit die Kosten in anderen Haushaltstöpfen empfindlich gesteigert werden, scheint hier nicht zu stören“, empört sich Penke und rechnet bereits mit neuerlichen Verzögerungen bei der Tunnelsanierung. Dies würde tausende Autofahrer hart treffen. Ursprünglich sollte die komplette Sanierung beider Röhren Ende 2013 abgeschlossen sein. Geplant wird an der Tunnelsanierung seit 2002. „Statt auf erfahrene WSV-Beschäftigte zu setzen, müssen sich nun private Ingenieurbüros erst mühsam einarbeiten“, so der Verdi-Sprecher. Er hat den Verdacht, „dass diese Maßnahme nur ergriffen wird, weil die WSV einen Sündenbock für die bisherigen Verzögerungen sucht und das auf die Beschäftigten abwälzen will.“

Vorwürfe und Unterstellungen, die bei der Bundesbehörde scharf zurückgewiesen werden. „Abgesehen davon, dass es sich nicht gehört, aus internen Gesprächen öffentlich zu berichten, gibt es noch gar keine konkreten Pläne, geschweige denn eine Entscheidung“, sagt ein Sprecher. Fest stehe, dass die WSV personell unterbesetzt sei und zurzeit verschiedene Modelle für den Kanaltunnel diskutiert würden. „Unser klares Ziel ist eben nicht, dass es zu Verzögerungen bei der Sanierung kommt“, so der Sprecher des Bundes. Insgesamt drei Ansätze würden zurzeit geprüft: Entweder das Projekt werde mit eigenen Kräften fortgesetzt, was einer „planmäßigen Überbelastung“ der Beschäftigten gleichkäme, oder man setze auf ein „Mischmodell“, bei dem eigene und externe Bauüberwacher eingesetzt würden. „Möglich ist aber auch, das Projekt komplett zu vergeben, was durchaus erfolgreich sein kann, wie das Beispiel Kieler Düker bewiesen hat“, erläutert der WSV-Sprecher. Eine Entscheidung gebe es aber definitiv noch nicht.

Das Kieler Verkehrsministerium will sich zu der Diskussion nicht äußern – im Gegensatz zu Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbands (UV) Nord. Er favorisiert das Vergabemodell. „Solche Ankündigungen machen Mut, auch wenn sie noch nicht bestätigt sind“, sagt er und spricht von einem positiven Signal für die ganze Region. „Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat erfreulicherweise erkannt, dass an der Dauerbaustelle etwas passieren muss, damit eine endgültige Fertigstellung nicht unendlich aufgeschoben wird.“ Dies sei aus Sicht der Wirtschaft nur zu begrüßen. „Es gibt eine Vielzahl leistungsfähiger Ingenieurbüros im Norden, die ihren Beitrag für eine professionelle Bauüberwachung leisten können“, ist Fröhlich überzeugt. Verwaltung müsse nicht alles selbst leisten.

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