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Pfusch: Oströhre bleibt länger zu

Kanaltunnel Pfusch: Oströhre bleibt länger zu

Die Sanierung der Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels verzögert sich. Erst zum Sommer hin soll die Röhre wieder frei befahrbar sein. Der Grund: Bei der Installation der Technik wurden Fehler gemacht.

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Die Oströhre des Kanaltunnels bleibt länger gesperrt als erwartet.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Das Chaos auf der Tunnelbaustelle in Rendsburg will nicht enden. Die Öffnung der seit 2012 gesperrten Oströhre verzögert sich weiter - mindestens bis Sommer. Beim Einbau der neuen Betriebs- und Anlagentechnik habe die Firma Fehler gemacht, sagte Hans-Heinrich Witte, der Präsident der Wasserstraßen-Generaldirektion.

Michael Thomas Fröhlich, Geschäftsführer des Unternehmensverbands Nord, reagierte am Mittwochabend fassungslos: „Das ist der Super-Gau. Man kann es nicht mehr in Worte fassen.“ Zuvor hatten Witte und Reinhard Klingen, Ministerialrat im Bundesverkehrsministerium, im Rendsburger Kreishaus die Lage auf der Tunnelbaustelle erklärt.

Klingen: „Wir wissen sehr wohl, was wir der Region bisher zugemutet haben und weiterhin zumuten müssen.“ Die Bauarbeiten im Tunnel haben 2011 begonnen, nach den ersten Plänen sollten sie Ende 2013 fertig sein. Nach der jüngsten Panne mit der Betriebs- und Anlagentechnik sei das Vertrauen in das Firmenkonsortium schwer erschüttert. „Ich bin nur noch verärgert, ich bin wütend“, sagte der Spitzenbeamte. Witte: „Es ist furchtbar.“

Zuletzt hatte die Kanalverwaltung erklärt, voraussichtlich Ende April/Anfang Mai statt im Februar werde die Oströhre fertig. Die Firma komme nicht schneller voran mit dem Einbau der von Rechnern gesteuerten Technik für Signale, Lüftung, Licht, Videoüberwachung, Lautsprecher und Brandmelder. Jetzt ist sie installiert. Aber keine einzige der seit Ende der vergangenen Woche geplanten 20 Teilabnahmen sei möglich gewesen, sagten Witte und Klingen. Es habe Fehler beim Einbau gegeben und es gebe - salopp gesagt - keine Betriebsanleitung. Eine Tüv-Abnahme sei nicht möglich gewesen. Witte: „Es war nicht prüfbar.“ Die Firma habe die nötigen Dokumente nicht vorlegen können. „Wir hatten das nicht vorher erkennen können.“

Seine Wasser- und Schifffahrtsverwaltung habe die Firma aufgefordert, die Arbeiten „unverzüglich fertigzustellen und die Mängel zu beheben. Das müsse jetzt schnell gehen. Das Vertrauen in die Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Firmen auf der Tunnelbaustelle sei nun „nachhaltig gestört“, sagte Witte. Der Bund prüfe „alle rechtlichen Möglichkeiten“. Regressforderungen und Haftungsansprüche seien möglich, sagte Klingen. Offen sei auch, ob der Arge der Auftrag für die Sanierung der alten Weströhre entzogen wird, meinte Witte. „Wir machen nur mit der Arge weiter, wenn das Vertrauen wieder hergestellt ist.“

Gleichzeitig verhandelt der Bund aber auch weiter mit der Arge über die Sanierung der alten Weströhre, wurde im Kreishaus deutlich. Erst müsse es einen verlässlichen Bauzeitenplan geben, dann könnten die Arbeiten in der alten Röhre beginnen, sagte Klingen. Wenn die Oströhre früher fertig sein sollte, gebe es eine Baupause, und der Verkehr rolle vorübergehend vierspurig durch den Tunnel.

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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