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Kartoffelernte – sammeln, was das Zeug hält

Molfsee Kartoffelernte – sammeln, was das Zeug hält

Sie heißen Lilly, Rosara oder Linda und schmecken, wenn sie gut zubereitet werden, sehr lecker. Doch bevor die Kartoffeln auf dem Teller landen, müssen sie geerntet werden: Zur historischen Kartoffelernte hatte das Freilichtmuseum Molfsee eingeladen – der Andrang an Erntehelfern war groß.

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Hans-Jürgen Ehlers mit dem Einachser-Kartoffelroder – eine Schar von Kindern läuft ihm hinterher.

Quelle: Sorka Eixmann

Molfsee. Museumslandwirt Uwe Jansen, Hans-Jürgen Ehlers und Hans-Heinrich Siebken sind auch am Sonntag zuständig für die historischen Gerätschaften. Der Ferguson-Trecker stammt aus dem Jahr 1956, der Motor läuft einwandfrei. Auch der Motor des Einachs-Roders läuft bereits auf Hochtouren. Die Maschine wird von Hans-Heinrich Siebken in die erste Spur des Ackers geschoben. Kaum erfasst der Roder die Erde, fliegen auch schon die ersten Erdäpfel. Nun heißt es schnell sein, wer sich flink bückt und zugreift, der hat die größte Chance auf eine der leckeren Kartoffeln. Bewaffnet mit Körben, Säcken und Tüten sind die Kinder wie die kleinen Lemminge hinter Siebken her und sammeln, was das Zeug hält.

 „Das ist ja fast wie zu Kriegszeiten“, kann sich Ehlers einen Kommentar nicht verkneifen. Denn nicht nur Kinder nutzen das Angebot, unentgeltlich Kartoffeln zu ernten. Junge Frauen achten nicht mehr auf die manikürten Nägel, es wird wild in der Erde gewühlt – meist mit Erfolg. Auch Jansen fällt ein Vergleich ein: „Wie wenn auf dem Acker gepflügt wird, und die Möwen kommen, um die Würmer zu picken.“ Wie ein Schwarm sind die Erntehelfer hinter den Rodern her, prall gefüllte Beutel werden in unmittelbarer Nähe gebunkert, um die nächsten Säcke zu füllen. „Am Sonnabend war auch schon so viel los“, erklärt Uwe Jansen.

 Im April hatte Jansen den Acker bestellt, auf rund 1500 Quadratmetern wurden die Kartoffelpflanzen gesetzt. „Unterschiedliche Sorten haben wir eingekauft, ganz interessant ist dabei sicher eine mit roter Farbe, die Rosara heißt“, erklärt der Landwirt. Zu den fleißigen Sammlern gehört auch die siebenjährige Dietlind aus Selent, die gemeinsam mit ihrer Schwester Lindgard kleine Erdäpfel in ihrem Korb gesammelt hat. „Am liebsten esse ich Bratkartoffeln“, erzählt sie auf die Frage, was ihre Mutter denn aus der Ernte für sie kochen soll. Für den ebenfalls siebenjährigen Ole soll es Kartoffelbrei geben, wenn der Korb mit den Kartoffeln zu Hause ankommt. „Das ist total lecker“, schwärmt er.

 Uwe Jansen und seine Mitstreiter Hans-Jürgen Ehlers und Hans-Heinrich Siebken sind zufrieden mit der großen Resonanz auf die leckeren Knollen. „In den nächsten Tagen wird der Acker gepflügt, und dann werden wir dort wieder Getreide drillen“, so Jansen.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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