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Treichel legt Stadtverordnetenamt nieder

Kesselhaus-Affäre Nortorf Treichel legt Stadtverordnetenamt nieder

Der Nortorfer Architekt Rüdiger Treichel ist im Streit über den Bau eines Museums im alten Kesselhaus der Teldec-Schallplattenfabrik von seinem Amt als Stadtverordneter der CDU zurückgetreten. Amtsdirektor Dieter Staschewski bestätigte auf Nachfrage, dass die Rücktrittserklärung im Rathaus vorliege.

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Architekt Rüdiger Treichel hat den Umbau des Kesselhauses geplant. Nun ist er als Stadtverordneter zurückgetreten.

Quelle: Gunda Meyer

Nortorf. Treichel war der Architekt, den Bürgermeister Horst Krebs mit der Planung zum Umbau des ehemaligen Teldec-Kesselhauses in Nortorf in ein Museum beauftragt hatte. Dieser Vertrag wurde jedoch wegen eines Formfehlers von der Kommunalaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde für rechtswidrig erklärt. Krebs hatte diesen Fehler eingeräumt und sich dafür entschuldigt, lehnte aber einen von der SPD geforderten Rücktritt ab.

Treichel sieht seinen Ruf geschädigt

„Mit großem Bedauern musste ich feststellen, dass eine sachliche Diskussion sowie die gleichzeitige Tätigkeit als Selbstständiger und ehrenamtlicher Stadtverordneter nicht möglich ist“, erklärte Treichel schriftlich. „Durch die fortwährenden persönlichen Angriffe sehe ich meinen Ruf als Bürger und als Unternehmer geschädigt.“ Keiner dieser Vorwürfe habe sich bisher bewahrheitet, so der Architekt. Er wolle Anfeindungen keine Basis mehr geben und dazu beitragen, dass die weiteren Planungen sachlich geführt werden.

„Wir respektieren die Entscheidung von Rüdiger Treichel“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Konietzko. Über die weiteren Ämter Treichels in den anderen politischen Gremien müsse in einer der nächsten Stadtverordnetenversammlungen entschieden werden. Als Nachrücker stehe Hans-Detlef Wulf auf der Liste. Er ist bislang stellvertretendes Mitglied im Bauausschuss.

Zwei Rücktritte binnen zweier Monate

Mit Treichel tritt der zweite Stadtverordnete im Zusammenhang mit den Ereignissen der Kesselhaus-Affäre zurück. Bereits Anfang Juli hatte der Vorsitzende des Museumsfördervereins, Lutz Betram, alle Posten im Rathaus abgetreten. Auch er war CDU-Stadtverordneter. Bertram betonte aber, nicht wegen des Streits um den Architektenvertrag zurückgetreten zu sein, sondern weil er einen Interessenskonflikt zwischen dem Vorsitz beim Museumsverein und dem Sitz in der Stadtvertretung gesehen habe.

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Ein Artikel von
Gunda Meyer
Holsteiner Zeitung

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