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Sponsoren für Galaxie-Reise gesucht

Kinderbuch-Projekt Rendsburg Sponsoren für Galaxie-Reise gesucht

Andrea Kaminsky/Frehse aus Rendsburg gibt Kindern aus der Nachbarschaft ehrenamtlich Unterricht. Gemeinsam haben sie das Buch „Die achtundvierzigste Galaxie“ produziert. Weil der Druck zu viel Geld kosten würde, sind nun Sponsoren gesucht, um das von Kindern gemachte Abenteuer-Buch zu verlegen.

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Andrea Kaminsky/Frehse gibt Harun (6, Mitte) und Burak (11) Nachhilfe. Stolz zeigen die drei ihr Buch mit den Abenteuergeschichten von 22 Kindern.

Quelle: Merle Schaack

Rendsburg. Rechenwürfel, Insektensammlungen, Anatomie-Poster: Im Klassenzimmer von Andrea Kaminsky/Frehse stapeln sich Unterrichtsmaterialien. Die 52-Jährige ist keine Lehrerin, doch sie hat das Unterrichten für sich entdeckt. Ehrenamtlich gibt sie Kindern aus der Nachbarschaft Nachhilfe in allen Fächern. Mit 22 ihrer Schüler hat sie eine Abenteuergeschichte erarbeitet, die sie nun als Buch herausgeben will.

 Mit einer Ausbildung zur „unterrichtsbegleitenden Person“ vor 18 Jahren begann Kaminskys Werdegang als Nachhilfe-Lehrerin für alle Fälle. Sie sprang als Vertretungskraft ein und begleitete Kinder auf dem Schulweg. Als sie mangels Studium nicht mehr weiterarbeiten durfte, entschied sie, auf ehrenamtlicher Basis weiterzumachen. Der mittlerweile elfjährige Burak war ihr erster Schüler. Inzwischen geht er in die fünfte Klasse, und auch sein kleiner Bruder Harun (6) kommt zum Lernen zu Kaminsky. Jeden Tag zwischen 13.30 und 16 Uhr steht ihre Wohnungstür offen. „Die meisten sind Kinder mit ausländischen Wurzeln, nur drei deutsche sind dabei“, erzählt sie. Im Zimmer gibt es zwei Tische – einen für die Erst- und Zweitklässler, einen für alle ab der dritten Klasse. Hier machen sie Hausaufgaben oder bereiten sich auf Klassenarbeiten vor. Viele bringen bald Freunde mit. „Dann rufe ich die Eltern an und frage, ob das in Ordnung ist.“ Viele der Eltern hätten kein Geld, um Nachhilfe zu bezahlen. „Mein Antrieb sind die leuchtenden Kinderaugen, wenn sie mir stolz erzählen, dass sie eine eins oder zwei geschafft haben.“

 Nicht nur Schulisches besprechen die Kinder hier. „Sie kommen mit allen Fragen, die sie sich stellen. Warum gibt es so viele Kriege oder warum dürfen die Eltern nicht mit auf Klassenfahrt? Letzteres fragte sich Burak, als er zum ersten Mal von zu Hause wegfahren sollte. Das gab den Anstoß zu einer Klassenfahrts-Abenteuergeschichte, in der 22 Kinder Antworten auf alle Fragen erfanden, die sie bewegten. Ihre Ideen schrieben sie auf Zettel, Kaminsky fügte sie zusammen. Zweieinhalb Jahre dauerte die Arbeit. Das Buch, von dem die Rendsburger Werkstätten ein Exemplar zu vergünstigten Konditionen testweise druckten, umfasst nun stolze 230 DIN-A-4-Seiten. Nun würde Kaminsky die Geschichte gerne auf den Markt bringen. „Es alleine drucken zu lassen ist zu teuer. Deshalb suchen wir jetzt Sponsoren.“

 Mit „Die achtundvierzigste Galaxie“, so der Titel, haben die Kinder nicht nur die Angst vor der Klassenfahrt überwunden. „Sie gehen jetzt auch ganz anders aufeinander zu, schlichten Streit ganz anders“, hat Kaminsky beobachtet. Und darum geht es in dem Buch: Auf der Klassenfahrt geht es nach Teneriffa. Doch nach einem Wirbelsturm finden sich die Kinder in der 48. Galaxie wieder. Dort sollen sie den Krieg zwischen zwei Zwergenstämmen befrieden. Als eine Katastrophe hereinbricht, schaffen sie es tatsächlich, dass die Feinde sich zusammenschließen. Nicht das einzige Abenteuer, auf der Reise, die nach zwei Jahren glücklich endet.

 Wer das Buchprojekt unterstützen möchte, kann sich bei Andrea Kaminsky/Frehse unter Tel. 04331/5179 melden.

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Ein Artikel von
Merle Schaack
Volontärin

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