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„Sie sollen ihre Grenzen spüren“

Kinderherzsport in Bordesholm „Sie sollen ihre Grenzen spüren“

Alexander rollt gern die Fitnessbälle hin und her. Noch lieber aber mag der achtjährige Steppke Tickerspiele, bei denen er mit den anderen Kindern und Jugendlichen der Kinderherzsportgruppe durch die Bordesholmer Sporthalle toben kann. „Das macht richtig Spaß“, strahlt der Junge, der schon mehrfach am Herzen operiert wurde – und mittlerweile weiß, wo seine Grenzen liegen.

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Mit bis zu 17 Kindern und Jugendlichen ist die Bordesholmer Kinderherzsportgruppe die größte ihrer Art in Deutschland.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Als vier Wochen altes Baby wurde Alexander das erste Mal operiert. Trunkus lautete die Diagnose. Haupt- und Lungenschlagader hatten sich nicht geteilt, die Arterien waren verengt, erzählt seine Mutter Nicole Scherbeitz. Ein Plastikröhrchen wurde eingepflanzt, das alle zwei bis vier Jahre erneuert werden muss. Den Traum, als Stürmer in einem Fußballverein zu kicken, kann er nicht verwirklichen. Er ist kurzatmig, Sprints gehen gar nicht.

 Die Neumünsteranerin ist daher froh, dass sie vor drei Jahren zufällig auf die Kinderherzsportgruppe in Bordesholm gestoßen ist. Die alle zwei Wochen angebotenen Sportaktivitäten sorgen bei ihrem Sohn nicht nur für eine besser motorische Entwicklung. „Alexander kann sich jetzt viel besser selbst einschätzen. Beim Sport fühlt er zwischendurch in seinen Nacken, ob er schwitzt, dann weiß er, jetzt ist eine Pause angesagt“, erklärt Nicole Scherbeitz.

 Die älteren Jugendlichen sind einen Schritt weiter: Mathis fühlt bei sich am Handgelenk den Puls und stellt so fest, ob er beim Kicken oder der Bewegungsrunde über den Geräteparcours lieber einen Gang runterschalten sollte. Der 14-Jährige gehört zur Mehrheit der Hypoplastiker in der 17-köpfigen Gruppe: Eine der beiden Herzkammern ist verkümmert, kurz nach der Geburt wurde der Jugendliche aus Heide das erste Mal operiert. Seit Gründung der Gruppe vor fast fünf Jahren ist er dabei, und er freut er sich immer noch jedes Mal, die anderen Jungen und Mädchen wieder zu sehen. „Das ist eine super Gruppe, wir haben viel Spaß zusammen.“

 Leiterin Silke Bertz hält die Sechs- bis 16-Jährigen in ihrem zweistündigen Sportprogramm extra nicht zurück. „Sie dürfen alles und sollen auch ihre Grenzen spüren, nur so lernen sie für die Zukunft“, betont die Bordesholmerin, die selbst Mutter eines herzkranken Jugendlichen ist. Für ihren Sohn gab es damals keine Möglichkeit, bei Sport in der Schule oder im Verein mitzumachen. Die Krankenschwester absolvierte daraufhin eine Ausbildung zur Sportübungsleiterin in der Rehabilitation herzkranker Kinder. Mit Ehemann Andreas Bertz gründete sie die Kinderherzsportgruppe, die mit 17 Kindern und Jugendlichen aus ganz Schleswig-Holstein die größte ihrer Art in Deutschland ist.

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