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20 Grad für Totenbücher und Urkunden

Kirchenkreisarchiv in Büdelsdorf 20 Grad für Totenbücher und Urkunden

Hell, modern, barrierefrei: Der neue Standort für das Kirchenkreisarchiv auf dem Aco-Gelände hinter dem Nordart-Skulpturenpark hat nur Vorteile, sagt Archivar Hans-Otto Kühl. Aber: Ahnenforscher müssen warten.

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 Archivar Hans-Otto Kühl hat noch Arbeit: Alte Bücher mit Gesetzestexten sind noch zwischengelagert.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Büdelsdorf. Der Umzug des Kirchenkreisarchivs vom inzwischen abgerissenen Christophorushaus an der Hindenburgstraße in Rendsburg aufs Aco-Gelände am Ende der Vorwerksallee in der Nachbarstadt Büdelsdorf hat Zeit gekostet. Deshalb landen Ahnenforscher zurzeit auf einer Warteliste. „Die Nachfrage ist sehr hoch. Wir sind eigentlich immer ausgebucht. Zurzeit müssen Ahnenforscher mit einer vierwöchigen Wartezeit rechnen“, sagt Hans-Peter Voß, der beim Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde für das Buchamt zuständig ist.

Siebenstöckige Metallregale reichen im Archiv für alte Kirchenbücher und Dokumente bis zur Decke. In den engen Gängen ist das Reich von Hans-Otto Kühl. Zufrieden legt er ein tellerförmiges Messgerät zur Seite. 20 Grad Raumtemperatur, 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Hier stapeln sich Konfirmandenregister, Trauregister, Totenbücher – unter anderem von der Kirchengemeinde Neuwerk und St. Marien in Rendsburg. Daneben liegen Pappkartons mit historischen Urkunden, Schriften und Dokumenten in den Regalen.

Im Herbst vergangenen Jahres ist das Archiv von Rendsburg nach Büdelsdorf umgezogen. Noch hat Kühl nicht alles wieder einsortiert. Pappmappen mit Unterlagen liegen auf Tischen in seinem Büro. In den Archivräumen lagern Dokumente und Bücher noch in Umzugskartons und Klappkisten. Vorsortierte Bücher liegen auf freien Regalböden. Auf einer langen Fensterbank hat Hans-Otto Kühl Werke mit preußischen und kirchlichen Gesetzen provisorisch aufgereiht.

Zum Archiv gehören auch die 998 Bände der legendären Gudeschen Bibliothek. Marquard Gude sammelte im 16. Jahrhundert in Rendsburg Bücher wie kaum ein Zweiter: Werke über Alchemie, Pharmazie, Chirurgie, Brunnenbau und Waffen.

Tageslicht fällt von außen in die neuen Archiv-Räume im Erdgeschoss, es gibt keine Treppen. Ganz anders als im Christophorushaus. Die Treppen in den Archivkeller waren dort für alte Menschen und Besucher, die schlecht zu Fuß waren, „ein Problem“, sagt Anke Luckner, die beim Kirchenkreis zuständige Fachbereichsleiterin.

Neben Ahnenforschern bitten Hobbyhistoriker, Studenten und Mitarbeiter des Kirchenkreises Archivar Kühl um Hilfe. Eine vor Jahren gestellte Nachfrage lässt den 68 Jahre alten Diplom-Ingenieur noch heute schmunzeln. Ein Besucher wollte Material über Malaria-Anfälle beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals. Kühl wurde fündig.

Das Kirchenkreisarchiv ist mittwochs bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet, Anmeldung unter Tel. 0170/4844300.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
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