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Kirchenschließung steht in der Kritik

Kronshagen Kirchenschließung steht in der Kritik

Die mögliche Schließung der katholischen St. Bonifatius-Kirche und des Gemeindehauses im Wildhof stößt in Kronshagen auf Unverständnis und Ablehnung. „Das ist eine schlechte Entscheidung. Es wäre schlimm, wenn diese Kirche unter den Hammer käme“, sagte Kirchgänger Reinhold Müller.

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Zum 50-jährigen Jubiläum präsentierte Propst Leo Sunderdiek die Kostbarkeit der St. Bonifatius-Kirche: diese von Lioba Munz kunstvoll vearbeitete Reliquie. Sie enthält einen Splitter aus den Gebeinen des Heiligen, der 1964 in dessen Grabstätte im Dom in Fulda entnommen wurde. Jetzt verkündete der Propst die Entscheidung des Kirchenvorstands zur Schließung des 1960 geweihten Gotteshauses.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Leo Sunderdiek, Propst der Großpfarrei Franz von Assisi, verkündete die Hiobsbotschaft des Kirchenvorstands am Sonntag im Gottesdienst. Etwa 100 Gläubige aus dem Einzugsgebiet der Filialkirche, zu der auch Kiel-Suchsdorf, Ottendorf, Quarnbek und Gemeinden nördlich des Nord-Ostsee-Kanals gehören, waren zur Messe gekommen.

Bei Sprühregen wurde im Anschluss vor dem Gotteshaus lebhaft diskutiert. Viele machten ihrer Verärgerung Luft. Reinhold Müller, der die katholische Kirche im Seniorenbeirat in Kronshagen vertritt, war überzeugt: Gerade in dieser Zeit dürfe sich die Kirche nicht aus der Fläche zurückziehen. St. Bonifatius sei eine lebendige Gemeinde, die eher noch Zuwächse verzeichne. Andere Kirchenbesucher wiesen darauf hin, dass das Gotteshaus regelmäßig voll sei, wenn Pfarrer Adam Ulatowski predige. Er habe eine fröhliche, mitreißende Art und ziehe auch zahlreiche polnische Gläubige an.

Gerd Straßburger, Mitglied des Kirchenvorstands, betonte: „Ich habe dagegen gestimmt.“ Die Entscheidung sei zu stark auf rein finanzielle Belange ausgerichtet. Die Kirchengemeinde habe noch etwa 2000 Mitglieder. „Die Gebäude sind in Ordnung; sie zeigen keinen Verfall“, bestätigte er. 2005 hatte die Bonifatius-Gemeinde bereits ihre Selbstständigkeit verloren.

Nach den aktuellen Plänen der Großpfarrei könnte die Kirche zu einem Trauerzentrum mit einem sogenannten Kolumbarium umgewandelt werden. In einem solchen Gebäude werden Urnen oder Särge aufbewahrt. Straßburger hat aber Zweifel, dass die Idee einer Urnen-Kirche in der Nähe des Friedhofs Eichhof von Erfolg gekrönt ist.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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