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Jäger retten Kitze

Rodenbek Jäger retten Kitze

Der Rodenbeker Jäger Hans Sellmer macht es, Michaela Martens aus Schönhorst ist ebenfalls aktiv: Kitze suchen gehört in diesen Tagen zur Hauptaufgabe der Jägerschaft. Und es gehört zu den schweißtreibensten Arbeiten, die von Jägern gemacht wird. Aber: „Es macht immer viel Spaß, wenn man fündig wird“, erklärt Marcus Börner vom Landesjagdverband in Flintbek. Dabei wird das Grünland abgesucht, bevor der Landwirt mit dem Kreiselmäher kommt. Gesucht werden Kitze und andere Jungtiere, die noch nicht über einen Fluchtreflex verfügen und daher den schweren Maschinen schutzlos ausgeliefert sind.

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Jäger Hans Sellmer sucht mit Hund Atze die Flächen um Rodenbek ab, zusätzlich stellt er Eisenstangen mit Plastiktüten auf.

Quelle: Sorka Eixmann

Rodenbek/Flintbek. Der Rodenbeker Jäger Hans Sellmer macht es, Michaela Martens aus Schönhorst ist ebenfalls aktiv: Kitze suchen gehört in diesen Tagen zur Hauptaufgabe der Jägerschaft. Und es gehört zu den schweißtreibensten Arbeiten, die von Jägern gemacht wird. Aber: „Es macht immer viel Spaß, wenn man fündig wird“, erklärt Marcus Börner vom Landesjagdverband in Flintbek. Dabei wird das Grünland abgesucht, bevor der Landwirt mit dem Kreiselmäher kommt. Gesucht werden Kitze und andere Jungtiere, die noch nicht über einen Fluchtreflex verfügen und daher den schweren Maschinen schutzlos ausgeliefert sind.

 Das Problem: „Die erste Mahd fällt mit der Brut- und Setzzeit zusammen“, erläutert Börner. „Das Ducken und Tarnen eines Rehkitzes schützt es vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Mäher.“ Dann kommen die Jäger und ihre Hunde ins Spiel. Am Dienstag machte sich Hans Sellmer gemeinsam mit Deutsch Drahthaar Atze auf den Weg ins Revier. Nicht nur Atze soll nach Kitzen suchen, zusätzlich stellt der 68-Jährige Eisenstangen auf, an denen Plastiktüten befestigt sind. „Das macht Unruhe und raschelt, da ziehen die Ricken mit ihren Kitzen weg“, weiß der passionierte Jäger. Bis zu 50 Hektar läuft er mit seinen Jagdkollegen jedes Jahr ab, dabei kommt es auf die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten an. „Nur wenn der Landwirt rechtzeitig Bescheid sagt, können viele Wildtiere vor dem Zermähen gerettet werden. Das klappt in Rodenbek wunderbar“, so Sellmer. Ganz wichtig dabei: Landwirte sind gesetzlich verpflichtet, Wildtierverluste zu vermeiden. Denn wer Verletzung oder Tötung von Jungwild durch den Kreiselmäher bewusst in Kauf nimmt, begeht eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz, die mit einer Geldstrafe geahndet werden kann. „Es ist kein Kavaliersdelikt“, betont Börner.

 Vergrämungsmethoden gibt es viele, unter anderem kann man Flächen günstig mit Flatterbändern, Knistertüten oder Radios ausstatten, sodass die Muttertiere ihren Nachwuchs schnell von den Wiesen holen. Wenn dann noch mit vielen Helfern und Hunden die Wiesen durchkämmt werden, vergrämt der menschliche Geruch das Wild – oder die Jungtiere werden gefunden und versetzt. Sehr erfolgreich wurde in diesem Jahr in Böhnhusen gesucht. „Am Pfingstmontag waren wir das erste Mal in diesem Revier und konnten zwei Kitze vergrämen und eines mit der Wäschekorbmethode umsetzen“, erzählt Michaela Martens. Am nächsten Tag wurde das Kitz aus dem Wäschekorb befreit. „Die Ricke wartete nicht weit entfernt, beide sind dann gemütlich von dannen gezogen.“

 Zwei Tage später zogen die Tierschützer erneut los – und hatten wieder Erfolg. „Wir konnten vier Kitze vertreiben und ein Fasanengelege ausfindig machen“, freut sich Martens über die erfolgreiche Suche im Grünland.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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