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So eine Art Schauspiel funktioniert

Kleinstadttheater Nortorf So eine Art Schauspiel funktioniert

Wer beim Kleinstadttheater Nortorf mitspielen will, der muss arbeiten. Mit dieser Einstellung hat Jürgen Gissel sein Amateurtheater seit zehn Jahren immer mehr professionalisiert.

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Jürgen Gissel hat die Berichte von der Gründung des Ensembles vor zehn Jahren aufgehoben.

Quelle: Gunda Meyer

Nortorf. Zum runden Geburtstag gibt es in diesem Jahr sogar drei Stücke: Neben dem Hauptstück, dem Drama Wassa Schelesnowa von Maxim Gorki, gibt es erstmals zusätzlich noch zwei kleinere Einakter, die beiden Komödien Ein Ehrenhandel und Herr Diedrich spart sich den Abgang.

Angefangen hat alles im November 2007 mit vier Frauen und drei Männern. Jürgen Gissel kam gerade aus Iserlohn zurück in den Norden. In Nordrhein-Westfalen hatte er eine ganz andere Art des Theaters kennen gelernt als die der Plattdeutschen Speeldeels, von denen es noch heute viele in der Region gibt.

Amateurtheater mit Anspruch

 „Ich wollte ein Amateurtheater aufziehen mit ein wenig mehr spielerischem Anspruch als ein Laientheater“, sagt der 67-Jährige. Bei vielen Theatergruppen spiele man einfach drauf los, probiere sich aus und habe immer ein wenig Varianz im Spiel. „Ich überlege mir vorher genau, wie ich mir die Charaktere vorstelle, und korrigiere dann Sprache, Gestik und Mimik, wenn die Schauspieler vorsprechen“, erklärt Gissel. Das sei viel Arbeit und Planung, mache das Stück aber authentischer.

 Bei den Proben versuche er jedem schauspielerischen Neuling die Methodik von Lee Strasberg zu vermitteln, das heißt: Die Menschen auf der Bühne sollen ihre Gefühle so authentisch wie möglich präsentieren, und dabei „auch den Mut haben, die hässliche Fratze der Wut oder Trauer zu zeigen“, erklärt Gissel. Viele Schauspieler koste dies zunächst ein wenig Überwindung, aber die Gruppe habe das Publikum bisher immer mit ihrer Art zu spielen begeistert. „Viele Zuschauer freuen sich auch, dass wir uns an ernstere Stücke herantrauen.“

Erstes Projekt: Berthold Brechts ,Schlaglichter’

 Die Feuerprobe bestand Gissels Gruppe gleich nach Gründung des Kleinstadttheaters: „Als wir mit Berthold Brechts ,Schlaglichter’ begeistern konnten war ich mir sicher, so eine Art Theater kann in Nortorf funktionieren.“ Die jährlichen Aufführungen seit zehn Jahren bestätigen das. Die einzige Sorge, die Gissel hat: „Wir sind zu wenig Männer.“ Vielen fehle die Zeit oder Lust, dabei „kann das jeder lernen“. Der Kleinstadttheater-Regisseur möchte noch drei Jahre weiter machen, „aber dann trete ich wohl als Regisseur und Vorsitzender zurück und lasse Jüngere ran.“

 Neu in diesem Jahr ist der Eintrittspreis für die Vorstellungen, der sich von 8 auf 10 Euro erhöht, „weil unsere Kosten gestiegen sind“.

Weitere Informationen unter: http://www.theaternortorf.de/

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